Robert Müller

Fröhliches Rätselraten

Du Menschlein, Du kurliges Wesen,
bist schon immer gwundrig gewesen.
Warst schon als kleines Kind beflissen,
stets alles ganz genau zu wissen.
Jetzt will ich dir ein Rätsel geben.
Ein Rätsel aus dem wahren Leben.
Du sollst erraten, wer ich bin.
Das wär doch was in deinem Sinn?

Die Sprache sagt, ich wäre klein.
Doch ob ich grob bin oder fein,
ob jung, dynamisch oder alt,
von schöner oder hässlicher Gestalt,
darüber schweigt die alte Dame.
Auch wenn Du fragst, wie ist mein Name,
bekommst Du nichts von ihr zu hören.
Höchstens das: musst Du mich stören?

So ist es also meine Pflicht,
dir höchst genau und möglichst dicht,
von meinem Dasein zu erzählen,
zuerst das Wichtigste zu wählen.

Ich bin bescheiden, brauch kein Geld,
werd kaum beachtet, bin kein Held.
Und doch kennt mich die ganze Welt.
Mein Dienst wird überall bestellt.
Ich bin stets jung und doch uralt,
von unterschiedlicher Gestalt.
In Herzform, Stift, auch oft in Zahlen.
Man soll mich pflegen, schön bemalen.
Ich bin empfindlich gegen Rost,
arbeite gerne bei der Post.
Ich geh auf Märkte, Wahlbüros,
denn dort ist immer etwas los.
Ich hab den Drang, mich zu bewegen.
Viel Arbeit kommt mir sehr gelegen.
Mit mir wid keinesfalls gelogen
und keiner wird von mir betrogen.
Der Wahrheit bin ich stets verpflichtet.
Bei mir wird haargenau gewichtet.
Und kommt ein Fall zu den Gerichten,
dann kann ich Streitigkeiten schlichten.
Meinen Charakter? Unverdorben!
Ich wär sonst längstens schon gestorben.
Viel mehr zu mir kann ich nicht sagen.
Du hast nun keinen Grund zu klagen.
So gib denn Antwort auf die Frage:
Wer bin ich?...................................

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 24.04.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Während eines Berlinaufenthalts lockt eine schöne Unbekannte den Schriftsteller Alexander Veldo in die Räume einer Vernissage. Dort wird er mit einem Bild konfrontiert, das ihn völlig in den Bann schlägt. Am nächsten Morgen ist das Gemälde verschwunden. Die Suche nach dem Bild führt Veldo tief in die faszinierende und vielfältige Welt der Kunst. Im Kunstmilieu selbst begegnen ihm Anne, Julia und Antonie, drei sehr eigenwillige Frauen, mit denen bald ein verwirrendes Beziehungsspiel beginnt. Im Hintergrund des Geschehens agiert der Händler Panduli, der Veldo für seine zwielichtigen Kunstgeschäfte zu nutzen sucht. Veldo macht sich in seinem Auftrag mit Julia auf die Suche nach dem verlorenen Bild. Auf der Reise intensiviert sich das kunstvolle Spiel ihrer Verbindung. Doch bald zerstören Pandulis dunkle Geschäfte die Idylle. Julia verlässt ihn und Veldo lebt kurz mit Anne und dann mit Antonie zusammen. Eine unbestimmte Drohung lastet über den Beziehungen, vor der Veldo nach Ägypten flieht. Vergeblich, denn während einer Schiffsfahrt auf dem Nil treten ihm erneut Anne, Antonie und Julia entgegen und Veldo verliert sich mit ihnen in einer surrealen, Angst erfüllten Traumwelt, aus der er nur mit Mühen entkommt. Schließlich kehrt er mit Anne nach Deutschland zurück, aber ihre Beziehung scheitert erneut. Monate vergehen, die er mit der Verarbeitung und der Niederschrift seiner seltsamen Erlebnisse verbringt. Und eines Tages macht Veldo eine eigenartige Entdeckung.

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