Liselotte Brand-Cerny

Der Lebensbaum 25.04.20

Ein kleiner Junge und ein grosser Traum,
er wünschte sich seinen eigenen Baum.
Eine stolze Birke, der Stamm schneeweiss,
mit feinen Ästchen, sie flüstern ganz leis.

Sein Vater erzählte von seiner Suche,
über Esche,  Linde, Eiche, Buche ….
dann, eines Nachts war er da, der Traum,
die Weide wurde sein Lebensbaum.

»Nun«, so sprach er, »es ist an der Zeit,
dein Bäumchen zu suchen. Bist du bereit?
Einen Platz im Garten sollst du jetzt haben,
beginne dort, für das Bäumchen zu graben.
Geh' dann zum Gärtner und triff deine Wahl,
denn dort gibt es Bäume in grosser Zahl,«

»Vater, hilfst du mir bei der Wahl des Baumes?
Ich möchte doch den Baum meines Traumes.«
»Nein mein Sohn, ich werd' draussen stehen,
du musst den Weg ganz alleine gehen.
Dort, im grossen Baumschul-Garten,
wird auch dein Bäumchen auf dich warten.

Betaste die Bäume in deinen Händen
und der richtige wird Zeichen dir senden,
du wirst es tief im Herzen spüren
und du fühlst, es will dich zu dir führen.
Jetzt weisst du, ihr seid beide bereit,
für eine gemeinsame, lange Zeit.

Vater und Junge fahren nach Hause
und keiner gönnt sich eine Pause,
im eigenen Garten, mit sehr viel Raum,
wird er gepflanzt, der Lebensbaum.

Der Vater spürt des Jungen Glück.
»Schau immer vorwärts, nie zurück.
Der Baum wird ein Teil deiner Seele sein
und stets dich behüten, nur dich allein.
Er ist dann für immer mit dir verbunden,
in schönen und in traurigen Stunden.
Und wenn du einmal die Augen schliesst –
dein Lebensbaum dich niemals vergisst.«

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