Elke Abt

Walpurgisnacht

Die Hexe Mimi, jung an Jahren
mit ihren gerade 100 Jahren,
will auf den Brocken, um zu tanzen
mit all den anderen Emanzen
und mit dem Teufel, ist doch klar,
zum ersten Mal in diesem Jahr.

Sie weiß aus der Erinnerung,
dass vorher war sie viel zu jung.
Die Hexen sind erst – ist’s zu fassen? –
mit 100 Jahren zugelassen
zum Tanz in der Walpurgisnacht,
die für die Hexen ist gemacht.

Auf ihrem Sofa, ganz bequem,
sitzt Mimi und hat ein Problem.
Wie alle Frauen denkt sie dann:
Was ziehe ich zum Fest bloß an?
Nehm’ ich das Rote oder Schwarze,
was passt zu meiner Nasenwarze?

„Abraxas“, spricht sie zu dem Raben,
„sag’, welche Farbe soll ich haben?
Meinst du, das Schwarze wird mich kleiden?
Du darfst es heute mal entscheiden.“
Der Vogel blinzelt leicht verstört
und denkt, er hat sich wohl verhört.

„Ja, ja“, krächzt er, „ich bin für Schwarz,
das passt sehr gut zum dunklen Harz.
Doch hast du auch schon dran gedacht,
was du mit deinem Besen machst?
Der ist schon alt und sehr marode,
der fliegt nicht mal bis nach Walsrode.“

„Daran soll es bestimmt nicht liegen,
ich werde bis zum Brocken fliegen.
Hokuspokus, alter Besen
seist du lang’ genug gewesen.
Werde neu an diesem Ort,
ich befehle es – sofort!“

Schon ist der Besen ladenneu
und Mimi hat nun keine Scheu,
auf ihm zum Probeflug zu starten
und überfliegt so Nachbars Garten.
Dann träumt sie noch in dieser Nacht
ganz wild von der Walpurgisnacht.

Mein Flugobjekt ist auch poliert
und meine Haare frisch frisiert.
Ich werde bald zum Brocken starten
und auf dem Tanzplatz auf dich warten.
Schwing die Hufe, nimm den Besen
und mach’s wie alle Hexenwesen.


 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 27.04.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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