Patrick Rabe

Augen, die standhalten, wenn man in sie blickt

und der peinliche Moment, wenn man merkt, dass Gott dazwischen steht und sich schämt

 

Die Frau, die ich von Herzen liebte,

die spüre ich als Echo noch,

sie ahnt, dass ich mich nach ihr sehne,

sie ruft mir zu: "Wir leben doch!"

In Raserei greift nach einander,

was sich im Leben fast verlor'n,

zwei Liebende, zwei Strategien,

ein Ort, zu oft sich selbst gebor'n.

Gelebt in Hinterlassenschaften,

die man niemals so ganz gespürt,

nach vorn geprescht, hinein ins Leben,

gelebt, geliebt und rebelliert.

Gedacht, man hätte was begriffen,

und dass man's hat, das weiß man auch,

man hütet dies Gefühl der Weisheit,

als wär's ein Kind, in seinem Bauch.

Man schluckt es runter, gallenbitter

rumort's in einem, liebeskrank,

beim Anblick all der feigen Zwitter,

die auch gedrückt der Schule Bank,

in diesem Staat, in diesem Leben,

in dieser Welt, in dieser Zeit,

und sich jetzt wegdreh'n, weder Christen,

weder Juden, schmerzbefreit.

Wir wollten einen Sozialismus,

du nickst mir zu, und sagst: "Genau."

Ein bisschen Gott, ein bisschen garnichts:
Das Abendlicht im Plattenbau.

 

 

© by Patrick Rabe, 5. Mai 2020, Hamburg.

 

 

 

 

"Eins ist nichts, zwei sind alles, drei sind einer zu viel. Schon mal gehört? Was soll's."

(Der Freak, der vor der Kirche stand und einen davor warnte, reinzugehen)

 

"When all is one and one is all: To be a rock and not to roll."

(Robert Plant)

 

"Frauen haben so eine Art drauf, in einem Lied über ein gelbes Taxi mehrere Sachen für beerdigt zu erklären, die noch da sind, und dann dämlich zu lachen."

(Ein Mann über Joni Mitchell)

 

"Männer haben so eine Art drauf, Atombomben zu schmeißen, dämlich zu lachen und dann wegzufliegen."

(Joni Mitchell über einen Mann)

 

"Da rechts neben der Kirche haben sie einen neuen Supermarkt gebaut."

(Der Freak, der jetzt nicht mehr vor der Kirche steht)

 

"You don't need a weather app, to know, which way the wind blows"

(frei nach Bob Dylan)

 

"Als ich noch keine Wetter-App hatte, begriff ich als einziger, dass der erste Teil von "Cube" kein Spiel war, half allen und kam als einziger durch, während der letzte Mann und die letzte Frau sich hinter mir gegenseitig abschlachteten. Wie ich das gemacht hab? Ich ging einfach durch diese doofe Tür durch, weil ich sah, dass da keine war, sondern nur das Sonnenlicht."

(Der Autist aus "Cube1")

 

"Eines Tages, du wirst ihn vergessen, du trittst aus dem Schatten und siehst dich verlassen; es war'n keine Geister."

(Jochen Distelmeyer)

 

"Die Menschen an den Grenzen sind die Geister, die wir riefen.

Und das weiß doch jedes Kind:

Geister kann man nicht erschießen!"

(Slime)

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 05.05.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Gottes Zelt: Glaubens- und Liebesgedichte von Patrick Rabe



Die Glaubens-und Liebesgedichte von Patrick Rabe sind mutig, innig, streitbar, vertrauens- und humorvoll, sie klammern auch Zweifel, Anfechtungen und Prüfungen nicht aus, stellen manchmal gewohnte Glaubensmuster auf den Kopf und eröffnen dem Leser den weiten Raum Gottes. Tief und kathartisch sind seine Gedichte von Tod und seelischer Wiederauferstehung, es finden sich Poeme der Suche, des Trostes, der Klage und der Freude. Abgerundet wird das Buch von einigen ungewöhnlichen theologischen Betrachtungen. Kein Happy-Clappy-Lobpreis, sondern ein Buch mit Ecken und Kanten, das einen Blick aufs Christentum eröffnet, der fern konservativer Traditionen liegt.

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