Robert Müller

Wir lieben Kinder

Es war Samstag und erstmals frühlingshaft warm
Wir sassen in unserem Garten
Einige glänzten mit Sprüchen, andere mit Charme
Kinder kamen, die sich um den Brunnen herum scharten

Wir, das waren zwei Dutzend Personen
Schön aufgeteilt auf Männer und Frauen
die alle seit vielen Jahren hier wohnen
Wir alle konnten einander vertrauen

Der eigene Nachwuchs, der war bei uns allen
vor Jahren schon ausgeflogen
Doch an Kindern fand noch jeder Gefallen
Ein jeder schien ihnen gewogen

Nur jetzt, mit dem Erscheinen der Kinderschar
wars mit dem Gefallen am Nachwuchs vorbei
Vielen von uns wurde nach und nachr klar
wir wurden beherrscht vom Kindergeschrei

Wir überlegten: die Kinder verjagen?
Da fragt sich's, wie weit darf man gehn?
Was würde die Nachbarschaft dazu sagen?
Auf welcher Seite würde sie stehn?

So setzten wir erst mal auf mahnende Worte:
"Ihr könnt hier schon spielen, dann aber leise!"
Doch Kinder gehören zu einer Sorte
die spielt immer leise, auf ihre Weise

Wir haben das Treffen bald aufgehoben
Zu sehr fühlten wir uns gestört
und auf den nächsten Morgen verschoben
Der Sieg über die Stellung hat den Kindern gehört

Als einziger bin ich noch sitzen geblieben
Ich konnte und wollte nicht schlucken
dass diese paar Jungen uns Alte vertrieben
Mir drohte der Hintern zu jucken

Ich sah ihnen zu. Ein lustiges Treiben
mit lachen und rufen, kreischen und schreien
Jetzt weiss ich, wir müssten gelassener bleiben
und unseren Nerven mehr Kräfte verleihen

Auch musst' ich erkennen, von dem, was wir einst waren
ging vieles im Lauf unseres Lebens verloren
Wir verkehren gesittet, nur selten in Scharen
Wie schön wär's, ich würde nochmals geboren

So muss ich die Kröte 'Erkenntnis' wohl schlucken
Es sei denn, es könnte mir doch noch gelingen
auf herrschende Konventionen zu spucken
und dann über meinen eigenen Schatten zu springen

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 07.05.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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