Wolfgang Scholmanns

Bettler und Prinz

Einst sah von Bergeshöhen,
ich in das tiefe Tal,
lies Wind und Stürme wehen,
sah skeptisch auf`s Geschehen,
auf Hochmut, Freud und Qual.

Ein Blinder saß am Rande,
der bunten Lichterstadt,
knüpfte immer nur Bande,
mit niederigem Stande,
weil man ja Grenzen hat.

Ein Kaufmann reich und mächtig,
voll elleganz und Stolz,
mit edlen Kleiden prächtig,
sah auf den Blinden, schmächtig,
auch auf des Beines Holz.

Was sitzt du da du Wanze,
dein Anblick ist mir Last,
blühst hier wie eine Pflanze,
strahlst wie das Glück im Tanze,

folgst nur des Lebens Rast.

Heiter blickt deine Seele,
lächeln auf deinem Mund,
als ob`s dir an nichts fehle,
kein Leid dich jemals quäle,
siehst weder Tag noch Stund.

Oh hoher Herr, das Lichte,
war immer mir versagt.
Verzeih, wenn ich als Wichte,
die Worte an dich richte,
doch klingst du mir geplagt.

Ich riech den Duft des Lebens,
fühl warm der Sonne Kraft,
spür, nichts ist uns vergebens,
außer der Druck des Strebens,
der oft Verzweiflung schafft.

Leg ab doch Prunk und Seide,
es stört der Wahrheit Licht.
Zu schwer ist dein Geschmeide,
geboren aus dem Leide,
das lang schon zu dir spricht.

Nun lausch des Lebens Klängen,
und tauen wird dein Herz,
wird Macht und Habgier sprengen,
dich retten aus den Fängen,
die voller Trug und Schmerz.


Ich seh von Bergeshöhen,
zwei Freunde voller Glück,
die auf den Frieden sehen,
des Lebens Ruf verstehen,
und jeden Augenblick.

 

 

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