Patrick Rabe

Kennedy

Kennedy, die Kamera, unfehlbare Vorbilder, die in Liebe gereichte Hand

und warum Gott nach der zehnten Erörterung der Schuldfrage, bevor die Schuld passiert ist,

über rot fährt

 

Wenn alle denken, dass die neue Zeit kommt,

und Angst und Ungemach das Land regiert,

und Kinder Könige und Opferlamm sind,

in den sozialen Medien vorgeführt,

und Kim Yong Un genauso betet,

wie Donald Trump, und keiner kennt

den Feind, der segnet, noch bevor er tötet,

und ohne Mitleid jeden Wald abbrennt,

dann geht ein Gott vom Gas, ein einzig' Mal nur,

als ihm ein Kindlein vor den Wagen läuft,

man schickt es nochmal, und der Gott fährt drüber,

ein Schütze lädt die Waffe, und die Oma säuft.

 

 

 

© by Patrick Rabe, 9. Mai, 2020, Hamburg

 

 

Was mich am Meisten an Papst Franziskus beeindruckt hat, ist, dass er mit offenem Papamobil fährt, in Zeiten der Hysterie und der Angst voreinander. Vor ein paar Jahren stürzte eine Polizistin, die neben seinem Auto ritt, vom Pferd. Papst Franziskus sprang sofort auf, verließ auch noch das schützende Papmobil, rannte zu ihr hin und ergriff ihre Hand, und half ihr auf. Wer braucht da noch mehr Zeichen? Oder Wunder? Darum geht es. Dennoch gibt es eine Art von Zynismus, vor der jeder Mensch, von dem man permanent alles erwartet, irgendwann kapituliert. Darum schreibe ich hier an der entsprechenden Stelle auch "ein Gott" und nicht "Gott".

 

für Greta Thunberg und Bob Dylan,

alle, die noch an den echten Menschen glauben,

der etwas tun kann, weil sein Inneres ihn dazu drängt,

alle, die das bezweifeln, und Menschen noch in brenzligen Situationen aus Gründen der wissenschaftlichen Erforschung des Verhaltens in Extremsituationen fiese Fallen stellen

und all die, die Gutes tun, egal, ob eine Kamera hinsieht, oder nicht.

 

 

"Als er aber den starken Wind sah, erschrak er, begann zu sinken und rief: "Herr, rette mich!"
Und Jesus ergriff sofort seine Hand und sprach: "Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?"

("Jesus und Petrus auf dem Wasser", aus dem Matthäusevangelium)

Mein Gedicht bezieht sich unter anderem auf den neuen Bob-Dylan-Song "Murder most foul".

 

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Die Glaubens-und Liebesgedichte von Patrick Rabe sind mutig, innig, streitbar, vertrauens- und humorvoll, sie klammern auch Zweifel, Anfechtungen und Prüfungen nicht aus, stellen manchmal gewohnte Glaubensmuster auf den Kopf und eröffnen dem Leser den weiten Raum Gottes. Tief und kathartisch sind seine Gedichte von Tod und seelischer Wiederauferstehung, es finden sich Poeme der Suche, des Trostes, der Klage und der Freude. Abgerundet wird das Buch von einigen ungewöhnlichen theologischen Betrachtungen. Kein Happy-Clappy-Lobpreis, sondern ein Buch mit Ecken und Kanten, das einen Blick aufs Christentum eröffnet, der fern konservativer Traditionen liegt.

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