Mike Müller

Libe kurz vor dem Tod

Stürmisch braust der Wind

Zu regnen, es dazu beginnt

So schlimm, man nichts mehr sieht

Regen und Wind, ins Schwanken geriet

 

Er kennt den Weg nach Hause

Er will Heim, gönnt sich keine Pause

Nur noch über die Brücke

Bei starkem Wind ist dies eine Tücke

 

Plötzlich bleibt er stehen

Der Wind, er klingt fast, wie flehen

Verwirrt schaut er sich um

Ein Mädchen, sie ist kurz vorm Sprung

 

Er muss ein zweites mal schauen

Er will seinen Augen kaum trauen

Langsam geht er auf sie zu

Innerlich ruft er sich zur ruh

 

Schritt für Schritt nähert er sich ihr

In ihrer Hand hält sie ein Stück Papier

Er schaut sie an, sie trägt ein leichtes Kleid

Sie bemerkt ihn, in ihrer Stimme so viel Leid

 

„Ich springe, komm nicht näher“

Wind reißt an ihr, regen wird immer zäher

„Das ist Wahnsinn, hier nimm meine Hand“

„NEIN, geh weg, oder ich gehe über den Rand“

 

Panisch fängt er an zu überlegen

„Du willst nicht Leben, was spricht dagegen?“

„Du würdest es nie verstehen“

„Erzähle es mir“ in seiner Stimme ist flehen

 

„Keinen Wert, dass Leben mehr für mich hat“

Wie im Wahn, schaut sie in die Tiefe hinab

Eine Lösung, er muss finden einen Ausweg

Er muss für die Schönheit des Lebens, finden einen Beleg

 

„Bitte, reich mir deine Hand! Ich flehe dich an!“

Er versucht, noch näher zu kommen, an sie ran

„Wieso tust du das? Wir sind uns völlig fremd“

„Das ist kein Grund, nicht in so einem Moment“

 

„Bitte geh, lass mich allein mit meiner Pein“

„Ich will dir hören zu, oder ist es so geheim?

Mit jemandem reden, das hilf ungemein!“

„Warum soll ich jetzt noch reden, ich bin allein!“
 

„Komm mit mir, zeige dir, wie schön das Leben ist“

„Du glaubst das Leben ist schön? Dann ein Narr du bist!“

„Vielleicht, doch weiß ich was das Leben, dir kann geben“

„Ach ja? Nenne mir nur drei schöne Dinge im Leben“

 

„Gib mir deine Hand und ich sage dir drei schöne Dinge“

Sie hält ihre Hand ihm entgegen, es glitzern ihre Ringe

„Denke an des Vogels, morgendlichen Gesang,

stelle dir vor den Sonnenauf- und Untergang“

 

„So nun denn, drei schöne Dinge habe ich dir genannt“

Ein leichtes Lächeln, der Todeswusch bei ihr verschwand

„Kommst du nun runter von da oben?

Kommst du runter zu mir auf den Boden?“

 

Er schaut ihr tief in die Augen

Das Licht kehrt zurück, will er glauben

Doch trotz des Regens, sieht er Tränen

Sie von der Brüstung heben, er wähnen

 

Sie wehrt sich dagegen, sie will noch nicht runter

Sie zieht ihn hoch, sie wirkt auf einmal so munter

Beide stehen auf der Brüstung, schauen in die Ferne

Am Horizont erblicken sie die ersten Sterne

 

Er nimmt sie in den Arm, sie lächelt in an

Sie schauen sich an, ein Kuss, folgte dann

Sie reißt die Augen auf, hat da Gleichgewicht verloren

Für einen kurzen Moment, die Zeit scheint eingefroren

 

Sie rutscht ab immer weiter, sie lässt nicht los

Der Wind, braust noch einmal auf, gibt beiden einen Stoß

Fest umschlungen stürzen beide in den tiefen Schlund

Für immer verbunden, in einer innigen Umarmung, liegen sie auf dem Grund.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 12.05.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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