Robert Müller

Schneckenjagd

Ich habe geträumt, ich wär eine Schnecke
und müsste drei mal um die halbrunde Ecke
am Ende der endlosen Häuserfront schleichen

dabei jeder sichtbaren Schleimspur ausweichen
Denn würd' ich auch nur eine Kleinst
e verletzen
ich verletzte ein Bündel von Schneckengesetzen.

Unzählige Spuren schon waren gelegt

und hernach geduldig und schleichend gepflegt
Sekundenlang hab ich die Bilder fixiert
und an Möglichkeiten herum laboriert
einen noch gangbaren Weg zu entdecken
um all diese Kriecher nicht zu erschrecken

Das alles, das hab ich zitternd geträumt
und dabei es leider schon wieder versäumt
der strengen Schneckenkönigin zu klagen
sie möge mir doch endlich, endlich sagen
warum denn ausgerechnet immer ich.......

.....ein grelles Licht erschreckte mich
ein lauter Knall hat mich geweckt.
Erst spät hab ich den Riss entdeckt
ein breiter Spalt von Wand zu Wand
Im Zimmer roch es stark nach Brand
Der Regen prasselte hernieder
und Kälte drang durch meine Glieder.
Ich weiss, wir haben jetzt April
Der Kerl macht immer, was er will

Mit ihm alleine könnt ich leben
Ich müsste nicht nach bessrem streben
Es sind die schlüpfrigen Gesellen
die jetzt bis zu den Haustürschwellen
in unterschiedlich grossen Massen
ihre Spuren hinterlassen
und je nach Grösse dieser Herden
für mich so zur Bedrohung werden

Ich fragte einen weisen Mann
was ich dagegen machen kann
Drei Träume musste ich erzählen
mich nochmals durch die Ängste quälen
Er schwieg und schwieg, sah mich nur an
Was lief wohl gegen seinen Plan
mir etwas schonend beizubringen
Doch bald schien er sich durchzuringen:
"Woran Du leidest, nennt man Phobie
Sie wird verschwinden, nur oft auch nie
Erfolg beginnt oben im Hirn
Wir bieten unsrem Feind die Stirn
und hören auf, uns zu beklagen
So! Auf zum frohen Schneckenjagen!"

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 19.05.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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