Robert Müller

Geburt

Kaum bin ich auf dieser Welt angekommen
hiess es,  die erste Hürde hätt ich genommen
Als ob ich wüsste, was eine Hürde ist
Wie man dann meine Körperlänge misst
mich anschliessend auf die Waage legt
hab' ich mich anscheinend aufgeregt
Es war mir egal, wieviel ich wiege
ob ich seitlich oder auf em Rücken liege
Dann das Gerede über die Farbe der Augen
Mich interessierte nur eines, ich wollte saugen
Und dann nichts anderes, als schlafen
All die Verwandten mit Missachtung strafen
die dauernd miteinander geiferten
und sich darüber ereiferten,
von wem ich welche Gesichtszüge trage
Vom Vater. Vom Vater der Mutter. Keine Frage!

Überhaupt, das Getue, wie reizend ich sei
das war mir sowas von einerlei
Damals erlebte ich meinen ersten Frust
Ich wollte endlich an Mutters Brust

Eines hab ich damals gelernt
Es ist wohl von Knigge weit entfernt
Will man sich Gehör verleihen
hilft nur eines: lauthals schreien
Das hab ich mit Erfolg betrieben
wie Mutter im Tagebuch beschrieben
Sie hat noch mehr dort festgehalten
etwa. ich hätt auf die verschiedenen Gestalten
die mich begutachten wollten
und mir ihre Anerkennung zollten
ziemlich unanständig verhalten

Mit Ausnahme von Oma mied ich die Alten
Deren Sprache schien mir nicht zu gefallen
Es war weniger Sprache, mehr denn ein Lallen
ein planloses Zusammenfügen von allerlei Tönen
als wollten sie mich oder die Sprache verhöhnen

Nun, ich will nicht über meinen ersten Tag philosophieren
Es gibt manches, das sollte ich ausprobieren
Zum Schluss will ich nur noch zusammenfassen:
Ihr sollt mich nach meinem Willen wachsen lassen!

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