Mike Müller

Eine Unwirkliche Geschichte

Ein Bote kommt geschwind geritten

Sein Pferd eilt mit schnellen schritten

Im Hofe der Burg, ist angekommen

Die Stufen hat er sogleich erklommen

Vor des Königs Thron, beugt das Knie

Die Barden zupften eine leise Melodie

Überbringt dem König die neue Kunde

Der Bote endet, nach fast einer Stunde

 

Der König, er kann es nicht fassen

Es müssen erfahren, all die Massen

Entsetzt, es solle ein jeder erfahren

Bald, jeder im Land darüber im Klaren

Verschleppt, sie kommt nicht Heim

Solch Frevel, das kann doch nicht sein

Wie können sie so etwas nur wagen

Der König, so leidet, in diesen tagen

 

Ausreiten wollte sie bloß, mit ihrem Ross

Ein jeder Ritter, er eilt zum Schloss

Mit Kniefall schwören sie jeden Eid

Alle wollen sie retten, die liebliche Maid

Alle Ritter ziehen aus, sie zu retten

Wollen sie befreien aus ihren Ketten

Ins ganze Land, suchen in allen Ecken

Jeden Stein umgedreht, wo solle sie stecken

 

Nur der eine, dessen Namen keiner kennt

Ein jeden im Land, ist er völlig fremd

Eine richtige Rüstung trägt er zwar nicht

Doch eine Ausstrahlung, wie das pure Licht

Er wirkt schlaksig, schon beinahe mager

Früher einst, galt er gewiss als Versager

Doch etwas muss mit ihm geschehen sein

Er wirkt offen, aber auch irgendwie geheim

 

Alleine zieht er los, hat da einen Verdacht

Märchen sollen es sein, jeder darüber lacht

Er erschafft Ungeheuer, die Mär des Hexenmeister

Wenn es stimmt, erschafft er sogar Geister

Doch weiß er bedeutend mehr wie er sagt

Das unwirkliche Licht, diese Laute, es an ihm nagt

Er hat das Gemäuer in der ferne gesehen

Das Versteck des Alten, hörte auch das Flehen

 

Vergangen sind viele Jahre seit diesem Moment

Eine Reise von wenigen Tagen, von ihm trennt

Macht sich auf den Weg, zu werden ein Held

Geradewegs durch jeden Wald und über jedes Feld

Nach mehreren Tagen ist es nun so weit

Die Bleibe des Hexers, er macht sich bereit

Er schleift sein Schwert, ruht noch ein wenig aus

Nach wenigen Stunden ruhe geht er zu dem Haus

 

Vorsichtig und auf leisen Sohlen, geht er hinein

Er schaut sich um, es scheint als ist er allein

Das Haus, nichts Ungewöhnliches ist zu sehen

Tiefer geht er hinein, wieder hört er ein Flehen

Das Flehen, es scheint von unten zu kommen

Er überlegt, handeln muss er nun besonnen

Immer tiefer führt ihn sein Weg in das Gemäuer

Die Treppe, hat sie gefunden, ist ihm nicht geheuer

 

Unten angekommen, herrscht Schummriges Licht

Sieht nur Schemen, erkennt, erfüllt ist seine Pflicht

Auf einem Tisch, der leblose Körper der edlen Maid

Ein Geräusch, zieht sein Schwert, zum Kampf bereit

Schnell dreht er sich, schwingt den stählernen Tod

Enthauptet den Alten, der Boden färbt sich Rot

Voller schreck schaut er auf die Leiche des Alten

Sieht ganz anders aus wie gedacht, hat kaum Falten

 

Vergangen sind doch schon so viele Jahre

Aber er sieht jung aus, kaum weiße Haare

Eingehüllt ist er in eine schwarze lange Kutte

Das Blut, dass sich sammelt, sieht aus wie rote Suppe

Er lässt den Blick wieder durch den Raum schweifen

Ketten an den Wänden, Käfige voll mit Leichen

Plötzlich wieder dieses traurige, klagende flehen

Wieder schaut er sich um, doch es ist nichts zu sehen

 

Ein schabendes Geräusch und ein tiefes keuschen

Das schummrige Licht, lies seine Augen sich täuschen

Wie aus dem nichts wird er von den Füßen gerissen

Das Monster greift an, hat sich in der Schulter verbissen

Mit aller Kraft stößt er zu mit seinem Schwert

Wieder und wieder, bis es sich nicht mehr wehrt

Ein letztes Röcheln entringt sich seiner Kehle

Doch nun scheint es vorbei, für immer entweicht die Seele

 

Mit Schmerzen rappelt er sich wieder auf die Füße

Erst jetzt bemerkt er, in der Luft liegt eine gewisse süße

Was soll er nun machen, zurück zum König, geradewegs

Zum Beweis nimmt er sich den Kopf, das richtige tun stets

Vor des Königs Thron, berichtet er jede Einzelheit

Blind vor Wut und Trauer, er den Todesbefehl schreit

Mit dem Strick um dem Hals, der Henker macht immer weiter

Und so endet die Mär des Einsamen Streiter

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 22.05.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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