René Henrique Götz Licht

Lebendes Licht

Das Wasser wird durchlüftet,

der Wind ist fleißig tätig;

das Leben zeigt sich langsam;

das Licht ist niemals schläfrig.

 

Dort liegt sie ausgeschöpft

in der Steinmauer, kaum eingewachsen.

Das Licht ist niemals schläfrig,

stärkt sie allmählich bis zum Stehen.

 

Gebogen wird sie

von dem fleißig tätigen Wind.

Säfte haben zugenommen;

das Licht ist niemals schläfrig.

 

Schon erblicke ich sie,

verbogen wendet sie sich dem Licht.

Sucht das niemals Schläfrige;

tanzt mit dem fleißig tätigen Wind.

 

Oh Auge! Öffne dich zum Licht!

Spüre, was du schon gesehen hast;

lass doch beide Augen zu:

Nutzlos sind sie, nur das Auge sieht.

 

Oh Ohren! Verlassen sie mich!

Das Auge will nun hören;

Mund! Verschließe dich!

Das Auge muss sprechen.

 

Gefühle alle bleibt abseits.

Das Auge spürt,

was keiner sagt,

was niemand hört.

 

Seine wird vom Licht erhoben;

leicht, leise schwebt sie in der Luft.

Der schwere Kelch hat sie entlassen,

liegt dort unten, kalt und glanzlos.

 

Bald muss aber zurückkehren

von der Wärme sie ganz umfasst.

Der Kelch zittert lebendig

vom Licht zum Leben gebracht.

 

Bis zum kleinsten feinsten Haar,

alles beugt sich dem Licht.

Kurze Bewegungen sind in Sicht;

Ach, wenn nun das Licht nicht wäre!

 

Die Natur wundert sich selbst

über ihre neuen Geschichten.

Keine wiederholt sich;

die Quelle ist endlos.

 

Ob Kronos oder Kairos,

Kommen ist wie Gehen;

Da sein ist, wie Wegbleiben -

die Natur kennt keine Unterschiede.

 

Augen sehen den Fisch schwimmen;

Auge sieht ihn in der Luft schweben;

Wasser oder Luft ist eins;

Wasser und Luft sind keins.

 

Wunder werden verwirklicht durch den Willen,

wenn Licht durchscheint und den Willen verwirklicht.

Augen sehen immer nur den Zauber;

Auge sieht das bloße lebendige Licht.

 

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