Karl-Konrad Knooshood

Gläserkampf

 

Krieg 's nicht auf,

bärenbombensolide,

ist's, wie's Eisen in der Schmiede,

auf das Glas geschraubt,

mit Meißel und Hammer,

rück ich dem Ding zu Leibe,

doch der Deckel, die tückisch runde Scheibe,

verzweifelt vehement sich an seine Basis klammert,

gibt nach nicht einen Millimeter,

 

Selbst meine flotten Pantoffeltreter,

und mein Stemmeisen für Einbrüche,

machen die Öffnung nicht konkreter,

Mensch, Peter, das ist nicht LUSTIG,

Mordio, Herrgottsakramente,

fucking call schon mal die Polente,

und die Notfall-Sanitäter,

denn die meisten Unfälle sind inner Küche,

 

Hier helfen keine coolen Sprüche,

das Glas und sein Deckel,

sind renitente Ekel,

halten zusammen, nicht in die Brüche,

geh'n sie, kein Menetekel,

kein Voodoo-Fluch und Indianerbann,

kommen dem dämlichen Ding auf die Schliche,

während meine Psyche,

kapituliert, kollabiert, nicht mehr kann,

 

Rasend, manisch, doch panisch dann,

mit Elan, doch wann gemach,

Nee, in diesem Leben gibt’s nicht nach,

selbst nicht dem irresitiblen Wasserbad,

fuck, fuck, fuck, fick,

was ist die beste Taktik?,

Das fuckt mich tierisch ab!,

Präzise: Einem gezielten Sprengsatz…,

kann's doch nicht widerstehen…,

Möge es in Flammen stehen!,

Ich will die sauren Gurken entglast vor mir sehen!

 

 

GOETHE, übernehmen Sie!

 

Vom Glas befreit sind die Gurkenbäche,

durch der Freiheit holden, benebelnden Blick,

in der Küche winket heit'res Essensglück,

das renitente Glas kam auf in einer Schwäche…






(28.12.2015)(C) 2020 Kno-KnooooOOO



Es wird immer trivialer. Jetzt versinke ich rettungslos in der banalsten Alltäglichkeit. Diesmal geht es nicht
um den Häuserkampf (der ist nur in zertifizierten Bürgerkriegen entscheidend), sondern um den
Gläserkampf. Dabei gilt es, Gurken zu "entglasen", also sie dem Glas schadlos zu entnehmen. Im Weg
dabei: Der Deckel. In meiner Verzweiflung bemühe ich sogar den größten Poesie-Meister GOETHE, dass er
mir helfen möge - und tatsächlich: Es klappt. Fest verschraubte Deckel selbst geben nach.
Karl-Konrad Knooshood, Anmerkung zum Gedicht

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