Robert Müller
Abnabelung
We prägten mich all die vrschiedenen Schemenmein Denken, mein Handeln, das ganze Benehmen
Sie müssten, so hiess es, einen Wildfang zähmen
Doch sie erreichten damit, mein Leben zu lähmen
Dieses Leben dauerte Jahre, bis einer mir sagte
als ich bei ihm mein Schicksal beklagte
"In deinem Gefängnis, da seh ich drei Türen
Bestimmt wird eine davon in die Freiheit dich führen
Jetzt geht es darum, diese Öffnung zu finden
Doch vorher musst Du deine Angst überwindn
Eine jener Ängste die oft dann entstehen
Ist einer gezwungen, neue Wege zu gehen
In deiner Freiheit wirst Du dich anders verhalten
Wirst lernen, dein Leben selbst zu gestalten
Du wirst für manches Verantwortung tragen
gezwungen sein, deine Meinung zu sagen.
Zögerlich hab ich mich aufgerafft
und es mit Mühe schlussendlich geschafft
aus den Fängen dieser Schemen zu fliehen
und ins Hotel 'zur Freiheit' hinüber zu ziehen
Hinter verschlossenen Fenstern und Türen
konnt ich sie hören, konnt ich sie spüren
wie sie mich riefen, wie sie mich suchten
wie sie mal bettelten, mal mich verfluchten
"Was haben wir dir nicht alles gegeben
Unsere Liebe, die Zeit, unser halbes Leben
Wir haben zusammen geweint, gemeinsam gelacht
und ununterbrochen an dein Glück gedacht
Und dieses Glück, von Gott einst gegeben
solltest Du hüten, solltest Du pflegen.
Dieses Glück, wir können's kaum fassen
das willst Du, mir nichts, dir nichts, einfach verlassen?" Vorheriger TitelNächster Titel
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 01.06.2020.
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