Hans Witteborg

Laß dir Zeit

Laß dir Zeit

 

Tag für Tag raubst du mir ein Stück vom Leben

Jeden Tag senst du ein Stückchen davon ab.

Durch dein fleischloses Grinsen soll ich erbeben

und mich fürchten vor dem dunklen Grab

 

Wohl weiß ich, dass ich dir verfallen, Gevatter Hein,

doch wich ich deiner scharfen Sense bisher aus

bevor du mit knöchrigen Händen gräbst mich ein,

lebe ich mich noch einmal richtig aus!

 

Ich höhne D E I N du alter Sensenmann,

sense fleißig zu bis deine Sense stumpf.

Ich duck´mich weg so gut ich kann.

Es schlagen deine Knochen dumpf

 

Doch irgendwann – ganz sicherlich

trifft deine Sene dann auch mich.

Laß dir Zeit!

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Vom Ufer aus von Hans Witteborg



Die Gedichte begleiten durch die vier Jahreszeiten und erzählen wie die Natur erwacht, blüht und welkt, wissen von reicher Ernte zu berichten. Der Spätsommer im Park, winterliche Gefilde oder Mailandschaften scheinen auf. Der Autor verwendet meist gereimte Zeilen, zeigt sich als Suchender, der neues Terrain entdecken möchte. Der Band spricht von den Zeiten der Liebe, zeigt enttäuschte Hoffnungen und die Spur der Einsamkeit. Wut und Trauer werden nicht ausgespart. Es dreht sich das Kaleidoskop der Emotionen. Der kritische Blick auf die Gesellschaft und sich selbst kommt zum Zuge. Kassandras Rufe sind zu hören. Zu guter Letzt würzt ein Kapitel Humor und Satire. So nimmt der Autor seine Zettelwirtschaft aufs Korn, ein hoffnungsloser Fall.

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