Frank-Ulrich Meinhard

Löwenzahn

Löwenzahn

 

 

Du lässt sie gehn, die Welt.

Sie geht dahin.

Sie sieht dich nicht

und geht an dir vorbei.

Doch wer nicht innehält

vor deinem lieben Flauschgesicht,

dem ist das Schöne einerlei.

 

Der Erde Herz mag Funken sprühn,

doch ihre Haut ist grau,

ist nackter Fels, Geröll und Staub.

Die Farben streut der Himmel ein,

hält sie in Blumen fest,

sie wären sonst

manch finstrer Mächte Raub.

 

Dein Tiefgelb ist ein Gruß

von anderswo,

von einem Ort, an dem

das Träumen Welten speist.

Der Ort der Farben

ist der Urquell allen Seins,

du bist der Bote,

der auf ihn verweist.

 

Und lässt nicht locker,

diesen Gruß zu künden.

Hältst dich an Mauern fest,

brichst Stein entzwei.

Wer nicht vor dir verstummt

und freudig innehält,

dem ist der Himmel einerlei.

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