Ralph Bruse

In naher Ferne/Winter am Fluss

 
In naher Ferne

 

Ganz still saß sie im Wiesengrund,
im Herbst, am Waldesrand.
Aus Perlendunst bellte ein Hund
weithin hörbar über Land.

Sie nahm es wahr - und doch auch nicht.
Strich sich durch´s nasse Haar.
Von Osten brach sich Morgenlicht,
wo vorher Mond und Nebel war.

Vorbei - die Nacht schlich träge hin,
als wolle sie nicht weichen.
Die Einsame, dort, hob ihr Kinn,
wie auf ein stummes Zeichen.

...Erhob sich, stand noch wankend da,
am altvertrauten Ort.
Was sie in fahlem Licht nicht sah:
es zog sie etwas mit - und fort.

Sie fand sich wieder, dort, am Fluss,
in sanftem Blätterwehn.
Hauchte in Kühle einen Kuss,
als müsste er sogleich vergehn.

Doch spürte ihn durch schwersten Rauch,
am andren Fluss der Liebste auch.



(c) Ralph Bruse

 
 

Winter am Fluss
(Parallelgedicht zu Ralph´s  ´In naher Ferne´)




Noch immer weilt sie hier am Fluss
Inmitten schneebestäubter Auen
Formt in die Lüfte einen Kuss
Des Nachts – bis hin zum Morgengrauen

Eisperlen schweben aus dem Dunst
Und taumeln glitzernd ihr in´s Haar
Gespenstisch – wie bizarre Kunst
Geformt vom Nachtwind silbrig starr

Ihr Sehnen seufzt sie in den Wind
Und hofft, dass es zum Liebsten klingt

 

(c) Ingrid Bezold

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 14.06.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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