Hanns Seydel

HOCHWASSER AUF DER SAAR


(nach einer Naturkatastrohe im Saarland am 20.12.1993, im Internet sei das Video "Das Jahrhundert-Hochwasser im Saarland 1993" empfohlen;
als Saarländer habe ich die Katastrophe fast hautnah miterlebt und war sehr betroffen - Hanns Seydel)




"Das Wasser rauscht`, das Wasser schwoll,
ein Fischer saß daran,
sah nach dem Angel ruhevoll,
kühl bis ans Herz hinan.
Und wie er sitzt und wie er lauscht,
teilt sich die Flut empor;
aus dem bewegten Wasser rauscht
ein feuchtes Weib hervor."
(Goethe: "Der Fischer", 1. Strophe)


An Saares mächtig` Ufer
einst waren viele Rufer.
Der Boote massig` Ruder
bewunderten Besucher.
Noch war Ruhe auf der Saar,
doch bald die Ruh war gar.
Der Pegelstand stieg höher,
die Panik wurde größer.

So kam der zwanzigste Dezember
des Jahres Dreiundneunzig.
Stetig stiegen Saares Ränder,
ganze Sach`, sie wurd` sehr brenzlig.
Dann kannten der Natur Gewalten
gnadenlos kein Halten mehr.
Krasse Wogen war`n am Walten,
die Saar, sie wurd` zum Riesenmeer.

Des Wassers Wellen war`n verdoppelt,
der Wellen Wogen war`n gekoppelt
mit Kräften von Giganten,
die stets nicht kannten Schranken.
Wie Löwenpranken war die Saar,
meißelhaft nur ragend,
der Menschen ganze Schar,
sich händeringend fragend :

" Lässt Herrgott denn bald Gnade walten,
ER, der am Stärksten ist am Schalten ? "
Denn ganze Ufer wurden überschwemmt,
Saar hat Hindernisse krass verdrängt.
Die größte Überschwemmung
den Sankt Johanner Markt betraf.                          (der Sankt Johanner Markt in Saarbrücken)
Das Wasser ohne Hemmung
riss Leute aus dem Schlaf.

Überflutet wurden alle Keller,
die Katastrophe kam schon schneller.
Das Chaos wurde greller,
in Kneipen schwammen Teller.
Granitenhaft, granatenhaft,
gigantenträchtig, riesenmächtig,
der Naturgewalten Herrschaft
war alles andere als prächtig.

Ultrakrass und megaherb,
die Naturgewalten waren derb.
Titanenhaft und überbordend
war die Saar extrem nur brodelnd.
Der Wassermassen riesge Wellen,
sie war`n ein einzig` krasses Bellen.
In tiefster Tiefe war`n ihr` Quellen,
an Ufers Stein entstanden Dellen.

Der Pegelstand stieg nochmals höher,
die Angst von allen wurde größer.
Die Leute, im Diskant sie riefen :
" Wird Natur das Unglück noch vertiefen ? "
Und Herrgott hatt` Erbarmen
mit all` verängstigt` Armen.
Die massig` Flut, sie ging zurück,
die Leut`, sie waren dann im Glück !

( E N D E )
Hanns SEYDEL, 17.06.2019




"Labt sich die liebe Sonne nicht,
der Mond sich nicht im Meer?
Kehrt wellenatmend ihr Gesicht
nicht doppelt schöner her?
Lockt dich der tiefe Himmel nicht,
das feuchtverklärte Blau?
Lockt dich dein eigen Angesicht
nicht her in ew`gen Tau?"
(Goethe: "Der Fischer", 3. Strophe)













































































































































 

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