Karl-Konrad Knooshood

Schwanengesang (Swan Song)

 

 

Er schenkte ihr, ein letzter Gruß,

kein Hauchen, keinen Kuss,

diesen Tanz in Würde, voll Eleganz,

sie war die Eine-Einzige des Schwans,

derer er verlustig werden muss,

ohne dass er's je gewusst,

ein Schuss steckte in ihrer Brust,

versiegt war des Blutes Fluss,

 

Er vollführte grazile Pirouetten,

wie in edelsten Operetten,

sein langer Hals als des Herzens Hälfte,

das nun ohne sein Begreifen zerrissen,

mitten entzwei, zerbrochene Sänfte,

Kerzen sind erloschen, Schnäbeln = "küssen",

kann er sie nie mehr,

 

Ein Liebespaar – auf Anhieb,

viele Hundert Küken hatte sie geboren,

sein letzter Antrieb: Zum Abschied,

hat auf die Liebe er ewigen Schwur geschworen,

 

Diesen Tanz purer Eleganz im Strahlenkranz,

des untergehenden Sonnentages, mit welchem sie dahinging,

im wörtlichsten aller Sinne ein Schwanengesang,

wie ein stummes Lied im gepflegten Swing,

- wenn DU 's hören kannst, dann sing!





(10.06.2020)(C) 2020 Knulumulusulumatur


Verurteilenswerte Verbrechen gegen Menschen werden, logischerweise, gut dokumentiert und ausführlich
berichtet, doch Tiere? Sie haben einen wirklich schweren Stand in unsren Kulturen: In manchen gelten sie
nichts, in unsren gibt es sog. Nutztiere, deren Leben uns nichts wert erscheint und solche, die wir im
Haus halten und lieben, dann natürlich auch welche, die der wenigen Stadtnatur, die man in
Ballungsgebieten noch hat, eine gewisse Würde und Zier verleihen. Zu diesen zählen Schwäne. Als mir
am 08.06.2020 ein Artikel der Onlineausgabe des KÖLNER EXPRESS zugespielt wurde, in dem die Rede
davon war, dass in einem Kölner Stadtpark eine hundertfache Schwanenmutter auf brutalste Weise von
Unbekannten zu Tode gebracht wurde - genauer gesagt: niedergestreckt mit mehreren Schüssen,
regelrecht hingerichtet. Der Schwanen-Papa, der dieser Schwanen-Dame hunderte gesunder Küken
gezeugt hatte, steht jetzt ohne seine große Liebe da, er soll "getanzt" haben für sie, nachdem sie tot war.
Er kann und konnte wohl nicht begreifen, wie dies geschehen war, warum sie niemals wiederkommen
würde. Die Ermittlungen dauern wohl an, man wird die Täter wohl suchen. Leider wird Mord gegenüber
Tieren, außerhalb einer notwendigen Fleischindustrie, nicht bestraft wie die Tötung eines Menschen, was
schon fragwürdig und schade ist. Durch die Tatsache, dass sich in meiner Heimatstadt ein Schwan in ein
Schwanenboot verliebt hatte (dies ging rund um die Welt und lockte massenhaft Touristen hierher), bin
ich etwas sensibilisiert für das. Die Grausamkeit der Tat, die im Artikel "Kripo ermittelt - Mitten in Köln:
Berühmte Schwanen-Mama bestialisch ermordet" (08.06.2020) bei EXPRESS.DE beschrieben wird, kann
einen nur abstoßen. Dieser Hass auf zierende Stadttiere ist mir unverständlich, selbst nervigen
Stadttauben gegenüber, die ja auch nichts dafür können, dass sie sich in der Not dem Leben der
Städtischen anpassen.
Karl-Konrad Knooshood, Anmerkung zum Gedicht

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