Liselotte Brand-Cerny

Ein glücklicher Tag 21.06.2020

Ich erwachte mit so schönen Gedanken,
sie sagten zu mir, mein Tag werde gut,
sie waren um mich wie Blumenranken,
und sie zeigten mir der Freude Glut.

Es war ein Tag der tiefen Gefühle,
ich wusste nicht, warum das so war,
nichts war da von der üblichen Kühle,
ich war voll von Erwartung, alles war klar.

- Ein Freund hat mir heute geschrieben,
meinte, er habe mich sehr vermisst,
er wäre gerne noch länger geblieben –

doch für mich ist es gut, so wie es ist.

- Ein neues Buch ist heute gekommen,
so spannend, wie schon lange nicht mehr,
den Schluss habe ich vorweg genommen,
denn meine Neugier wog wieder zu schwer.

- Ich habe einem Steckling zugelacht,
er soll ein kleines Bäumchen geben,
nun sah ich, er hat Wurzeln gemacht,
und ich bin sicher, er wird überleben.

- Schon oft wollte ich ein Buch wieder kaufen,
ich sah es vor immer, nur dünn und klein,
heut' kam es plötzlich wie zu mir gelaufen -
ich wusste es ja, es müsse irgendwo sein.

- Meine Klangschalen mit einem anderen Klang,
heller und klingender, ein mystischer Ton,
er hielt sich heute doppelt so lang –
vielleicht war es nur Illusion?

Das und noch mehr ist heute geschehen,
genug Schönes für so wenige Stunden.
Ich habe gefühlt, gehört und gesehen,
und mein Herz hat viel Glück empfunden.

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Seinen wohlverdienten Urlaub hat sich Kommissar Heinz Kelchbrunner anders vorgestellt: Erst stößt er beim Graben in seinem Garten auf menschliche Gebeine, dann beschäftigt ihn ein weitaus aktuellerer Todesfall in seiner freien Zeit: Anna Einarsdóttír wird beim Spaziergang von einem Ast erschlagen – und das ist, wie sich herausstellt, nicht dem stürmischen Wetter geschuldet. Kelchbrunner und seine Kollegin Katharina Juvanic nehmen die Ermittlungen auf. Die Spur führt schließlich nach Island, die Heimat der Toten, und zum geplanten Bau eines Staudammes, der eine wertvolle Naturfläche akut gefährdet. Dass Kelchbrunner von oberster Stelle dorthin beordert wird, um weitere Nachforschungen anzustellen, kommt dem umweltbewussten Kommissar gerade recht. Vielleicht gelingt es ihm, nicht nur Licht ins Dunkel zu bringen, sondern gleichzeitig seine eigenen Schlafstörungen und einen schmerzhaften Verlust zu überwinden. Kaum in Island angekommen, muss er sich jedoch gleich mit störrischen Behörden und verstockten bis feindseligen Einheimischen auseinandersetzen. Es scheint, als sei niemandem hier an der Auflösung des Falles gelegen …

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