Thomas-Otto Heiden

Herbststurm über Helgoland

Herbststurm über Helgoland

 

 

Das Meer es rauscht,
vertreibt sich selbst und ganz allein die Zeit.
Das sonst so blaue Wasser ist nun grau,
Wellen springen Rollen
und türmen sich weit auf,

Der laue Wind des letzten Sommers,
Vergangenheit, so ist sein Name nun.
Fort gezogen ist er still und leise,
dafür kam Sturm und Regen,
in tristem Überflusse.

Der weiße Sand am Strand,
baut für sich selbst allein,
und sogar ohne Mühe,
die höchsten und die schönsten Burgen.

Auf einer Düne Kamm,
und auch weit oben drüber,
da fliegen und da tanzen,
vom Winde ganz zerzaust,
die schwarzen Krähen schwatzend,
und schütteln sich, ihr nass Gefieder.

Die Möwen werfen scheue Blicke,
doch trauen sie sich nicht heran.
Ich stehe da, zerzaust sind meine Haare,
ein Tropfen Regen, mir runter, am Genicke ran.

Ein Strandkorb steht im nassen Sande,
im Sturme flieg ein Wasserball mit lustigem Gesicht.
Vergessen waren beide da geblieben,
von niemandem, nie nicht vermisst.

Ich gehe heim, denk noch recht lang,
an meine schöne Zeit,
als Sonne war auf Helgoland,
und wohlig warm der weiße Sand,

Nun sitz ich wieder da, in meinem warmen Haus,
mein Blick der strebt zum Fenster raus.
Getrocknet sind die nassen Glieder mein,
das Haar nicht mehr zerzaust.
Das Feuer im Kamin lässt kleine Funken fliegen,
hindurch durch den Kamin,
und dann hinaus.

 

 

Thomas-Otto Heiden

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