Hanns Seydel

DIE ERZÄHLUNGEN ÜBER DEN TANNHÄUSER (Venusberg / Sängerkrieg)


Ein Mann der Freude und der Triebe
der Tannhäus` wurd` genannt.
Er sehnte sich nach Frauenliebe,
Trübes war bei ihm verbannt.
Im Venusberg, da war die Lust
und Erotik kennt kein` Frust.
Doch Tannhäuser erkannte,
dass er sich nur verrannte.

Die Göttin der Lust, das war die Venus,
sie gab an, dass er dort bleiben muss.
Denn sein Gang zur Göttin der Lust
bei seinen Leuten sorge für Verdruss.
Doch der reife Ritter, er gab an,
dass er nicht länger bleiben kann.
Wäre er noch jung an Jahren,
würd` er bleiben ohn` Verzagen.

Es trieb ihn zu der Heimat hin,
das hiesge Schöne stünd` hint` an.
So verließ er dann die Venus,
die ihm bracht` so viel Genuss.
Und vorher noch der Ritter rief :
" Maria, Mutter Gottes, hilf ! "
Und Marias Hilfe war von Dauer,
denn der Venusberg verlor sein` Zauber.

Erfüllt von Christi Mutter heilend` Hilfe,
der bedeutend` Ritter kam nach Hause.
Er macht` Frieden mit all` einstgen Feinden
und alle wurden dann zu Freunden.
So war er wieder in der Heimat,
bedauernd, dass er sie verlassen hat.
Sein` Heimat lag in einem wunderbaren
hehren Land, es war das Thüringen.

Die Wartburg wirkt wahrhaftig wuchtig
und war Thüringens ganz großer Stolz.
Für den Ritter war wahrhaftig wichtig
die schön` Elisabeth vom adlig` Volk.
So zog zum Krieg der Lieder und Gedichte,
der zeigt des Meisters wahr` Gesichte,
eilend hin der Rittersmann,
dessen Heimat war der tiefe Tann.

Als Tannhäus` dort war angekomm`,
die Elisabeth war auch gekomm`.
Da jauchzte die Freude im Herzen
und beneidet` sie die Herren.
Auf ging`s dann zum Sängerkrieg
und der Ritter, in die Frau verliebt,
dachte intensiv an kommend` Sieg,
und dass er bei der Frau sehr gern verblieb.

Doch verheerend` Folgen hatt` sein Vortrag,
denn es gab `nen bittren Nachtrag :
Vom Venusberg der Ritter sang,
doch dies war damals dunkler Klang.
Die Venus galt als bös` Versuchung
und für ihr` Verehrer gab`s kein` Berufung.
Doch das Gegenteil, nur das war richtig,
denn die Venus macht` Profanes nichtig.

Venus, die herrlich` Göttin der Liebe,
verehrt wurd` sie für wertvoll` Triebe.
Nur Verklemmte lehnten sie ab,
die Lustvollen hielt sie auf Trapp.
Aufgebracht der Fürst dann war
vor der ganzen Menge da.
Er bezeichnet` den Ritter als "verdammt",
von den Gläubigen für immer "verbannt".

Doch die wunderschön` Elisabeth,
die so schön war wie ein Rosenbeet,
bewirkte, dass der Ritter durfte
mit Pilgern ziehn zur Buße.
Nach Rom zum Papste führt` ihr Weg,
vertieft in gläubiges Gebet.
Doch nach vielen langen Wochen,
Elisabeth versank in Sorgen :

Sie rief: "Ist passiert ein Unglück,
dass der Ritter nicht kehrt zurück?"
Elisabeth, die herrlich` Frau,
sah in ihrem Kummer alles grau.
Und Elisabeth, sie betete :
"Herrgott, erhör` mein Gebete,
lass Tannhäuser wieder hier sein
mit gut` Gesinnung und ganz rein.

Sicherlich der Ritter, er erkannte,
dass er sich nur verrannte.
Im sagenhaften Sängerkrieg
für mich, er hat gesiegt.
Gewiss wird er geläutert sein,
wenn Du ihn lässt kommen heim !"
Und Herrgott hat erhört
der hehren Gläubigen Gebet.

Denn sie hatte nur im Sinne
echte eheliche Minne.
So kam der Ritter in die Heimat heim,
doch brachte mit kein` guten Keim.
Der Papst, er hätt` Vergebung abgelehnt,
obwohl der Ritter sich danach gesehnt.
Da habe der Ritter ernsthaft erwogen,
zum Venusberg zurückzukommen.

Im Traum sei die Venus ihm erschienen,
weitre Sinnenlust sei ihm beschieden.
Doch nach dem Traum, er wusste,
zu Elisabeth, der Ritter musste.
Elisabeth, sie war gebannt
von dem, was der Ritter hat genannt.
Doch zwischenzeitlich wollt sie sterben
und bald, sie war nicht mehr am Leben.

Die Wundersame wollt den Tod,
um ihn zu retten aus der Seelennot.
Bei Gott wollt sie Verzeihung erreichen
für den Ritter, gegen den Andre erbleichen.
Die hehre Frau hat ihn gläutert,
Herrgott selbst hat ihn erlöset.
Vom Papste kam die Lossprechung,
der Ritter starb und kam ins Heiligtum !



( E N D E )

Hanns SEYDEL, 13.09.2019

( Werk 028 )




















































































































































































 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 02.07.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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