Jan Harmening

Eine Feder im Wind

Mit Kinderaugen strahlend Stolz
Dem Papa streckt entgegen
Das Wichtigste der ganzen Welt
Kein Zweifel kann es geben

Die Jahr vergehn, nun in der Jugend
Der Kinderstolz schon längst vorbei 
Jetzt ist gewiss, man ist ja schlau
Die Freunde wissen's so genau

Mit achtzehn dann ist es perfekt
Die ganze Welt in die Tasche steckt
Der kühnste Traum hier auf Erden
Von nun an kann nur wirklich werden

Ja, alles Streben, DAS bedeutet Leben
Und was erworben, wer kann es nehmen?
Denn was erschaffen in meiner Zeit
Ist ganz bestimmt für die Ewigkeit

Göttlich oder Gott ist nicht die Frage
Was man besitzt ist der Beweis
Talente, Schönheit, Bildung oder Macht
Herkunft, Titel, Freunde zieh in betracht
Denn Reichtum, Ruhm und Eitelkeit
Sind Zeugen der Persönlichkeit

Doch ohweh  . . .
Das Leben manchmal anders läuft
Zeronnen was man angehäuft
Vergessen sind einst Ruhm und Ehr
Was man besaß ist nun Verzehr

Flüsternd leise, dann immer lauter
Erst grotesk, doch dann vertrauter
Eine Frage, Fragen und beklagen
Einst Wert, kost Kopf und Kragen

Welch Sinn, welch Wert und Dauer?
Hinterher ist meist man schlauer
Sieh's dir an, komm geschwind
Es ist nur eine Feder im Wind

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