Liselotte Brand-Cerny

Der *Ghostwriter" 03.07.2020

ER war als Künstler sehr bekannt,
arbeitete mit Eisen, Marmor und Sand,
verdiente recht viel und es ging ihm gut,
doch vor Frauen war er sehr auf der Hut.

SIE war Journalistin, freischaffende zwar,
doch wusste sie, wie begehrt sie war,
da sie exzellente Artikel schrieb,
wobei oft kein Auge trocken blieb.

Da sie damit nicht ganz ausgefüllt war,
bot sie sich an als "ghostwriter-star",
um Texte zu schreiben, die wunderbar tönen,
für andere, die das einfach nicht können.

ER und SIE – sie begegneten sich,
an einer Ausstellung, die für sie lediglich
dem Kunstinteresse gewidmet sein sollte.
Darüber zu schreiben sie gar nicht wollte.

Und irgendwie sprang der Funke über,
sie wunderten sich und sprachen darüber,
was wohl der Grund gewesen sein kann –
sie zogen sich gegenseitig wie magisch an.

Der nächste Schritt: Sie verliebten sich,
für sie war es gut, für ihn fürchterlich,
er wollt sein Geheimnis weiter bewahren,
wollte nicht ihre Enttäuschung erfahren.

Sie schrieb ihm Briefe über ihre Liebe,
und wie gerne sie doch bei ihm bliebe.
Er hingegen tat nichts dergleichen,
liess auch von Tränen sich nicht erweichen.

Er schrieb ihr niemals ein SMS, einen Brief,
sie wusste nicht mehr, was da bei ihm lief.
Zurückziehen wollte sie sich dann,
und da kam ein Brief von ihm bei ihr an.

Darin gestand er ihr seine Liebe,
und wie sehr er wünschte, dass sie bliebe.
Dort hiess es auch, er gehöre zu jenen,
die Schreib- und Leseschwäche ihr Eigen nennen.

Er habe sich an einen "ghostwriter" gewandt,
das sei nun der Brief, den er ihr gesandt.
Wenn sie ihn verachte, er könnt es verstehen
und es akzeptieren will sie ihn nicht mehr sehen.

Er wusste nicht, dass sie diesen Brief geschrieben.
Sie ist lange vor dem leeren Blatt sitzen geblieben,
bevor sie endlich zu schreiben begann,
doch sie fing an, ehe sie sich anders besann.

Seine eigenen Worte waren es, die sie schrieb,
und er war überglücklich, dass sie blieb.
Vielleicht wird sie es später einmal wagen,
ihm über den Brief die Wahrheit zu sagen.

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