Horst Fleitmann

Es war einmal ...

Gott, heißts, der weise, gütig, mild, 
erschuf den Mann nach seinem Bild.
Als er ihn fertig hatte dann,
bemerkte er noch irgendwann:
dem Kerle könne etwas fehlen.
Schuf's  Weib dazu,  haucht ein zwei Seelen,
stellt beide dann einander vor,
direkt im Paradies am Tor.

Von oben sprach der Herrgott nieder:
Ich gehe jetzt, komm später wieder.
Macht's euch bequem hier unterdessen.
Doch nicht vom Baum den Apfel essen!
Der hängt, ich sag es wie es ist,
nur dort zum Test,  für kurze Frist.
Gott ließ die Menschen nun (zum Schein)
um sie zu prüfen ganz allein.

Damit sie wussten wer sie waren,
gaben sie selbst sich ihre Namen.
Ich Adam, zeigt der Mann auf sich.
Die Eva, sagt sie, bin dann ich.
Das paradiesisch schöne Treiben,
sollte nur kurz den beiden bleiben.
Denn eines Tages fing er an:
Der Tag, an dem die Schlange kam.

Sie lud die zwei zum Mittag ein.
Am Apfelbaum sollte es sein.
Als Adam Evas Nachricht hörte
und sich zunächst einmal empörte,
weil Eva dieser Schlangenbrut,
wer weiß warum, vertrauen tut,
tat Adam trotzdem sich bequemen,
die Einladung noch anzunehmen.

Spät sagt die Schlange unterdessen:
Als Nachtisch  dürft ihr´n  Apfel essen.
Der Boskop hier ist weit und breit
die allerbeste Köstlichkeit.
Vergessend aller Gottgebote
ahnten sie nicht, was ihnen drohte.
Mit Apfelbiss ging für die zwei
die schöne Zeit direkt vorbei.

Bevor der Apfel noch verdaut
war's Paradies auch schon verbaut.
Nun hieß es: Selbst für alles sorgen
und schuften schon ab frühem Morgen.
Famiiengründung, Kinder, Haus,..:
Mit Müßiggang war's erstmal aus.
Sie zeugten in Millionen Jahren
in jedem Erdteil Menschenscharen.

Und alle, was so gar nicht heiter,
malochen und bescheißen weiter.
Solang das anhält überdies,
bleibt menschenleer das Paradies.
Für Meyer, Müller, Schulz und Dich
bleibt es verschlossen... auch für mich.
Wir werden ihm noch lang entsagen...
... dem Paradies. Hat wer noch Fragen?


© Horst Fleitmann  2020

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