Ernst Wetzel

90. Geburtstag – Anekdote zur „Brandfallübung“ als Geschenk

Seit Jahren benötigt Tante L… zunehmend besondere intensivere Pflege,
sie wurde untergebracht in einem Altenheim als wohlfühlendes Gehege.
Wir besuchen sie regelmäßig und das findet sie auch ganz fein,
das mussten wir versprechen, denn abgeschoben wollte sie ja nicht sein.

Wenn dann ihr sich nahender Geburtstag klopft in Gedanken bei uns an,
hieß es zu überlegen, wie und wo man diesen gemeinschaftlich mit ihr feiern kann.
Zumal sie ja im Rollstuhl sitzen muss, weil sie ist nicht mehr körperlich so fit
und der 90. Geburtstag dieses Jahr sollte sein der für sie ganz große Hit.

Die Heimleitung griff die Anfrage engagiert auf und war ebenso daran interessiert
dass für die genügsame und zufriedene Tante L… zum 90. Besonderes passiert.
Als Feierlokation wurde ein Bereich in der Cafeteria des Heimes ausgesucht,
bestimmte Torten und ausreichend Kaffee wurden beim Betreiber „gebucht“.

Für die Feier waren drei Tische zusammengestellt, dekoriert und besonders eingedeckt,
inmitten war eine Torte mit der Zahl 90 mit 90 kleinen Kerzen der optische Knalleffekt.
Nachdem die familiären Gäste sich am Geburtstagstisch hatten platziert,
wurde das Anzünden der 90 Kerzen auf der großen Geburtstagstorte exerziert.

Die Geburtstagsgesellschaft stimmte ein Geburtstagslied an,
dazu kam unsere Jubilarin geschoben im Rollstuhl sitzend an den Tisch heran.
Aufgefordert die 90 Kerzen auszupusten, dazu hatte sie strahlend-wonnige Lust,
das tat sie dann auch mit mehreren Atemschüben sich bedankend ohne Frust.

Das Löschen der Kerzen setzte mächtig Qualm im Raume frei.
Der stieg in Richtung Decke, wo ein Rauchmelder montiert anbei.
Kurze Zeit später die Heimleiterin ganz erschrocken blickend zu uns kam,
da hätte ein in der Cafeteria installierter Rauchmelder geschlagen Alarm … .

Nicht viel später vernahmen wir auch von draußen lauttönend Tatü, Tata,
mit Blaulicht zwei Feuerwehrfahrzeuge und ‘nen Notarztwagen waren schnell da.
Vom Heim aus war direkt steuernd in der Feuerwehrzentrale ein Alarm eingegangen;
sofort wird von dort aus mit einem umfassenden Notfallplan dieser direkt angegangen.

Mit Eile der gruppenführende Feuerwehrmann und der Notarzt eilten in den Saal,
beide waren überrascht, in der Cafeteria herrschte Feierlaune und keine Qual.
Der Fehlalarm als solcher klärte sich damit recht schnell auf,
trotz des Schreckens waren alle Anwesenden wohlauf.

Das Ereignis erfassend fing auch der Feuerwehrmann an zu schmunzeln,
bei der Frage nach der Kostenübernahme ließ er seine Stirnfalten runzeln,
er dachte nach, man könne diesen „Einsatz“ auch als Brandfallübung deklarieren,
er wird ihn als solchen in eigener Verantwortung in den Einsatzbericht notieren.

Mit dieser Reaktion bestand für alle glückselige Einvernehmlichkeit,
weil niemand Personal und Technik binden wollte mit Böswilligkeit.
Es gab für alle Beteiligten endlich noch Kaffee und Kuchen,
alle konnten das Ereignis unter „Lehrgeld“ anekdotisch verbuchen … .

Ja, dieses Ereigtnis hat real stattgefunden.
Ich könnte es mit Fotos hier noch belegen, aber aus Datenschutzgründen muss dies unterbleiben.
Dieses Gedicht bekam die Jubilarin entsprechend bebildet ausgehändigt.
Ein Foto, worauf zwei Feuerwehrleute die Jubilarin gratulierten, fand Eingang in den Jahreskalender des Pflegeheimes für das darauf folgende Jahr ... .
Ernst Wetzel, Anmerkung zum Gedicht

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 10.07.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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