Ernst Wetzel

Geburt von M...

Liebe A..., lieber L...,

nun seid ihr als „richtige“ Familie vergrößert und pädagogischer aufgestellt,
weil sich M... – so euer Wollen – als weiteres Mitglied hat hinzugesellt.
Wenn M... kann stilllernend abgucken, was J... schon so alles kann
und damit M...’s Fortschritte für euch schneller sichtbar werden dann.
Und J... wird lernen, dass in der Familie ein neuer/anderer Wind weht,
und für ihn sich mit M... sein Spielkameradenkreis hat optional ausgedehnt.
Sie werden sich erziehen durch Rücksicht nehmen und Helfen in Situationen,
das sind ja ganz sicher auch von Eltern verfolgte pädagogische Intentionen.
Aber wem erzähle ich das, euch zwei qualifiziert ausgebildeten Pädagogen,
fühlt ihr euch doch professionell zur Arbeit an und mit Kindern hingezogen.
Das Erreichen von Mündigkeit für’s Leben ist doch ein hehres Erziehungsziel,
das soll euch bei den eigenen und euch anvertrauten Kindern gelingen ganz viel.

Natürlich müssen für eine Familie auch andere Rahmenbedingungen stimmen,
so kann man mit der Tarifeinstufung von Erziehern finanziell keine Gipfel erklimmen.
dazu mit Teilzeitbeschäftigung und Elterngeld kann keine großen Sprünge wagen,
sich fragt, kann das Einkommen mittelfristig noch eine größere Wohnung tragen.
Aber jetzt dürft ihr erst mal sein vom großen Glück beflügelt.
Problemlösungen werden nach Bedarf zeitnah ausgeklügelt.
Es lohnt sich aber immer, wenigstens auch mittelfristig zu denken,
will man die gewünschte Entwicklung der Familie selbststeuernd lenken.
Als Eltern bleibt man ja mit seinen Kindern ständig wohlwollend befangen,
der gemeinsame familiäre Weg notfalls mit eigenem Verzicht gegangen.
Die Nähe zu und mit ihnen gibt uns doch so viel zurück,
nimmt man auch mal die eigene Zukunft in den Blick.
Sie sind es, die mit Eroberungsdrang die neue Welt entdecken,
uns mit ihrer Mündigkeit Mut geben auch darin einzuchecken.
Das lässt uns alle gemeinsam gehen auf eine spannende Reise,
wo wir – die Eltern (und Erzieher) – lernen auf eine andere Weise.
Denn Techniken und soziale Normen sind doch ständig im Wandel,
davor sollten wir Alten uns nicht „schützen“ mit einem abschottenden Mantel.
Da ist es doch verlockend und positiver, gemeinsam auf die Reise zu gehen,
mit dem Blick der Kinder – sie uns dann führend – die Welt offen zu erspähen.

In diesem Sinne nehmt eure familiäre Zukunft schwelgend positiv in den Blick,
für die anstehenden (auch ad-hoc-)Entscheidungen das professionelle Geschick.

                      __________________ und __________

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