Hans Witteborg

Was wenn.....

Was wenn…

Was, wenn ich einmal nicht mehr bin?
Mich nichts berührt, was so geschieht,
die Erde ihre Bahnen weiter zieht,
doch nichts ergibt mehr für mich Sinn?
*
Vergraben in dem Erdenschoß
dem Kreislauf der Natur so überlassen
kann dies Gefängnis nicht einmal mehr hassen,
weil ich doch leblose Materie bloß.
*
Ihr, die ihr mich habt überlebt,
schwimmt weiter in dem Strom des Lebens.
Ich schwämm gern mit – jedoch vergebens,
weil nicht einmal die Sehnsucht in mir bebt.
*
Vielleicht, dass dieser oder jener an mich denkt.
doch mit der Zeit auch die Erinnerung erstirbt,
weil jeder Tod die Freud´ am Leben wohl verdirbt
und von dem Sterben wird man besser abgelenkt.
*
Was, wenn ich also nicht mehr bin?
Dann bin ich tot – als wär ich nie gewesen
und beim Verrotten und Verwesen
kommt kein Gedanke mir mehr in den Sinn!

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Vom Ufer aus von Hans Witteborg



Die Gedichte begleiten durch die vier Jahreszeiten und erzählen wie die Natur erwacht, blüht und welkt, wissen von reicher Ernte zu berichten. Der Spätsommer im Park, winterliche Gefilde oder Mailandschaften scheinen auf. Der Autor verwendet meist gereimte Zeilen, zeigt sich als Suchender, der neues Terrain entdecken möchte. Der Band spricht von den Zeiten der Liebe, zeigt enttäuschte Hoffnungen und die Spur der Einsamkeit. Wut und Trauer werden nicht ausgespart. Es dreht sich das Kaleidoskop der Emotionen. Der kritische Blick auf die Gesellschaft und sich selbst kommt zum Zuge. Kassandras Rufe sind zu hören. Zu guter Letzt würzt ein Kapitel Humor und Satire. So nimmt der Autor seine Zettelwirtschaft aufs Korn, ein hoffnungsloser Fall.

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