Hanns Seydel

HEL UND NEBELHEIM (2020)


In Nebelheim, da herrschte schlimm
die krasse Totengöttin Hel.
Um sie herum war schwerer Schlamm,
ihr ganzes Reich war nirgends hell.
Hel war widerlich bis dorthinaus,
bittres Grauen ging nur von ihr aus.
Ihr Gesicht war gräßlich grauenhaft,
ihr Gang war abartig und monsterhaft.

Ihre Krassheit war so intensiv,
dass selbst Odin bald davonlief,
wenn wahrlich widerlich die Hel
ankam wie ein riesig dürrer Aal.
Angst und Schrecken schrill verbreitend,
düster drohend, finster blickend,
war ihr Anblick schroff schockierend
und ihr Kopf war furchteinflößend.

Krasse Kröten krochen
um ihr welkes Haupt herum.
Äther wurde dort gerochen,
Fäulnis macht ihr Haupte krumm.
Statt Haare hingen Schlangen
über ihre leichenblassen Wangen.
In ihrer Monsterohren riesgen Muscheln
warn Mückenheere herb am Kuscheln.

Monströse warn die Augen
und eklig abartig die Ohren.
Ihr Blick war eisiger als Frost,
sie bewegte sich mit letzter Kraft.
Und das ganze krass` Gehege
ihrer widerlichen Riesenzähne,
es hatte eine derart dunkle Bräune,
dass es aussah wie die dunkelst` Zäune.

Mit ihrm Speichel speit sie rauchge Wolken,
wodurch Gewässer wurden trocken.
So nen Speichel Odin noch nie sah,
wie Abschaum war er bitter da.
Grauenhaft gewölbt warn ihre Lippen
und ihr Mundgestank war so abscheulich,
dass Bienenheere dort erstickten
und ihr Monsterhauch war krass bedrohlich.

Und um die Ohren krabbelten
Riesenwürmer auf und ab.
Und ultrafette Mammutwaden
hielten Hel ganz bös auf Trapp.
Die Arme waren ultralange Latten,
an denen krassest hausten Ratten.
Ihr` Füße megakrasse Riesenzehen,
die sahn aus wie massig` Bärentatzen.

Und fauchend trieb ihr` Tochter,
die megaderbe Midgardnatter,
jeden krass ins Unglück,
der nur sah ihrn Anblick.
Ihr finstrer Sohn mit schauderhafter Kehle,
das war der Fenriswolf, der Schlimme.
Sein Bellen war so grauenhaft verstärkt,
dass dadurch Tote wurd` gestört.

Ihr allerdüsterst` Sohn, das war
der grimmig` Höllenhunde Garmor.
Er kam vom Totenflusse Gjöll,
dessen Ufer waren aus Geröll.
Für die in Schand` Gestorbenen,
die ohne Ruhm die Welt verließen,
war Nebelheim die finstre ewge Heimat,
der Dunkelheiten düster saure Saat.

Des Nebelheimes schmiedeeisern` Tor,
das bewacht wurd` vom schlimm` Garmor,
war geprägt vom hellen Helgrind,
ei`m Türschloss, das war riesig rund.
Und Ragnarök war angebrochen,
die Götternacht, sie war gekommen.
Hel und alle ihre finstren Kinder,
gut sie wurden durch ein Wunder !



( E N D E )

Hanns SEYDEL, 05.01.2020

Werk 069
(065 bis 068 wurden früher bereits gepostet, jedoch ohne Angabe der Werknummer)



 

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