Robert Nyffenegger

Der alte Mann

Ein Mann wird selten neunzig,
Und wenn er es mal wird,
Dann ist er ziemlich dusslig
Und meist ein schlechter Hirt.
 
Er rähelet*, ist ungepflegt
Und ist mit nichts zufrieden.
Geringstes macht ihn aufgeregt
Und bringt ihn rasch zum Sieden.
 
Dass er auch alles besser weiss,
Ist allgemein bekannt.
Die Suppe ist zu kalt, zu heiss,
Kartoffeln angebrannt.
 
Sie liebt ihn trotzdem, hat ihn gern.
In all den vielen Jahren,
War er doch stets ihr Augenstern,
Sie will ihn so bewahren.
 
Und wenn sie ihn dann missen muss,
Vergiesst sie heisse Tränen.
Sie gibt ihm einen letzten Kuss,
Streicht ihm durch schüttre Strähnen.
 
*ranzig riechen, nach Fett usw.
 

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