Hanns Seydel

DIE SCHLACHT BEI RABENSTEIN (2019/2020)


Dietrich war sein stolzer Name,
vom fernen Bern, er stammte.
Ermenrich, das war sein Feind,
der Frieden hat verneint.
Der Gote Dietrich von dem Bern
war bekannt in nah und fern.
Oft, er hat den Sieg errungen,
denn viele Kämpf`, er hat gewonnen.

Wie beim Lux, so scharf warn seine Augen,
wie beim Hund, so gut warn seine Ohren.
Zwei Meter hoch war sein` Gestalt
und gigantisch war sein` Kraft.
Von vielen fast vergöttert
und im ganzen Reckentum bewundert
wurde seine Riesenkraft,
die zeugte von ganz großer Macht.

Er war ein Bruder jedem Freunde
und ein Gegner jedem Feinde.
Für die Gutheit war er Kämpfer
und für die Bosheit war er Rächer.
Doch für sein` Onkel Ermenrich,
ein wirklich wilder Wüterich,
war Dietrich nur ein Hindernis,
das sollt` sein in Todes Düstenis.

Nachdem Ermenrich ihn hat verbannt,
Dietrich zog in König Etzels Land.
Als des Hunnenkönigs großer Gast,
er half ihm dort mit ganzer Kraft.
Und Etzels Frau, die Krimhild,
einst verheirat` mit dem Seigfried,
erfüllt von Hass und Rache
lud ein ihr` Leut` aus Wormse.

Des Siegfrieds grausam` Tod,
bewirkt durch Tronjes Hagen Mord,
Krimhild bitter nie vergaß,
ihr Blick, er wurde blass.
Wormsens Gunter musst` erbleichen
Brüder Gernot, Giselher desgleichen.
Sie alle mussten schlimmstens sterben
und ebenso des Tronjes böser Hagen.

Und von tiefer Trauer nur erfüllt,
große Gram erfasst` der Hunnen alle.
Vorbei war alles, was gefällt
durch die vielen Todesfälle.
Und in der ganzen langen Zeit,
Dietrich war extrem bereit,
zu kämpfen um sein Reich,
besiegend bösen Ermenrich.

Des Dietrichs Denken war konkret,
denn Dietrich niemals war Prolet.
Der starke Dietrich, er wird Sieger sein
in der Schlacht bei Rabenstein.
Ermenrich war unerbittlich,
Gnad` nicht kennend unversöhnlich.
Vernichten wollt` er Dieterich,
alle Macht nur hab` für sich.

Die Götter der Germanen,
sie warn auch die der Goten.
Wutentbrannt war Wotans Wallung,
als er sah die böse Regung.
Ermenrich, er soll verlieren,
Dieterich, er soll gewinnen.
Ermenrich war aufgewühlt
und Dietrich hat sich aufgebäumt.

Rabenstein, das war die Stadt,
bei der fand bitterlichest statt
die wuchtige Entscheidungsschlacht,
erschüttert war dort jeder Schacht.
Die Stadt hatt` ihren Namen
von vielen starken Raben,
die massenhaft dort waren,
die Leute konnten Vieles ahnen.

Grollend grelles Groß-Geklirre
schlug schlimmer an als alles Andere.
Doch Dietrichs dauernd` Denkertum
wirkt klug im schlimmsten Schlachtentum.
Blutbadmäßig war des Kampfes Toben,
durch das die Erde war am Beben.
Da wurden Tiefgewalten wach,
die vormals waren schlafend schwach.

Dort sah man krasse Kämpfer,
die hatten ganz gefährliche Gesichter.
Dann dröhnte dumpfes Donnern
von hasserfüllten Männern.
Doch plötzlich dann im Kampfe,
beim allerärgsten Hämmern,
Diet` bekam ganz arge Krämpfe,
doch glaubte an des Sieges Dämmern.

Kampfeshymnen dröhnten schrill,
die Szene war unsagbar schroff.
Keine Stimme war mehr still,
das Ganze war ein schlimmer Stoff.
Und in dem ganzen groß` Getümmel,
das größe war als jed` Gewimmel,
die Recken rangen richtig roh,
kein Kämpfer klang dort froh.

Regenfälle sind am Wüten,
wenn Natur sich will gebärden.
Zusammen ballten sich die Wolken,
nicht mehr weit war dann das Donnern.
Doch die Recken kämpften weiter,
nicht beachtend jenes Wetter.
Und Gewitter sehr bald war zu End`,
weiter ward getobt im ganz` Geländ`.

Des Regens dichte Tropfen
verdunkeln ganzen Himmel.
Und seine Leute warn am Hoffen,
Diet` kommt nicht in Taumel.
Auf beiden Seiten waren Recken,
die konnten nur ganz stark vollstrecken.
Sie wollten ihre Kraft auch nicht bedecken
und wollten nur, der Gegner soll verrecken.

Ermenrich war sehr geschwächt,
sein Schmerz war wirklich echt.
Mit letzter Kraft, er schleppte sich
zurück zum heimisch` sichern Teppich.
Zwölf Tage hat der Kampf gewütet,
in dem massivtest ward gekämpfet.
Dietrich war der hehre Sieger,
denn er war ein großer Krieger.

Im Überschwang der Siegeshymnen,
die Niederlagen stets nicht kennen,
der Goten großer Sohn
bekam den Sieg als hehren Lohn.
Werdend großer Kämpfer,
nach jedem Kampf, er wurde zäher.
Denn der Wollend` will erjagen
und keine Hintergründ` erfragen.

Zwar, die Schlacht bei Rabenstein
des Bernens Dietrich hat gewonnen.
Doch ihm brachte allergrößte Pein,
dass Etzels Söhn` ihr Leben dort verloren.
Etzels Söhn`, sie warn noch jung
und strebten nach der Schlachten Schwung.
Doch die Kampferfahrung fehlte ihnen,
so musst` sie bitter lass` ihr Leben.

Dietrichs innern Wallung wirkt entgegen
sein` Friedensabsicht ganz verwegen.
Denn dann, da ward es Zeit,
zu Etzel hin, er war bereit.
Der Waffen größter Meister,
das war der wuchtge Hildebrand.
Es war auch besser Keiner
im ganzen dortgen Land.

Zu Etzels Burg hin begleitete er
den Dietrich, der war sein hehrer Herr.
Er war der treueste Gefährte,
den Dietrich jemals hatte.
Sie kamen zu Rudeger von Bechelaren,
dem treuesten von Etzels Mannen.
Freundlich von ihm aufgenommen,
schnell war Freundschaft dort geschlossen.

In jenem hehren Bunde,
die Ehre war in aller Munde.
Und ein Grund, er war ein triftiger,
der Sinn, er ward gewichtiger :
Rudeger, er wird bei Etzel flehen,
dem Dietrich dennoch zu vergeben,
dass dieser Etzels Söhne nicht beschützte
in der schlimmen Schlacht bei Rabensteine.

Und Etzel, er ließ huldvoll Gnade walten,
er sah des Denkers Dietrich ehrliches Bedauern.
Des Dietrichs Dankbarkeit kannt` keine Grenzen,
er ließ nicht davon ab, die Vergebung zu verehren.
Und wieder war Dietrich lang im Hunnenland,
von der Heimat durch Ermenrich erneut verbannt.
Doch Dietrich wollte in sein Reich zurück,
denn dort, da war des Patrioten Glück.

Auf einmal ward im Land vernommen,
Ermenrich sei still verstorben.
Da drängts Dietrich unbedingt zur Heimkehr
zu sei`m Reich, nach dem er sehnt sich sehr.
Und eilig nahmen Dietrich und der Hildebrand
Abschied vom Asyl, dem gastlich` Hunnenland.
So machten sie sich auf zum weiten Weg,
der führte über Berge, Tal und Steg.

Fast, sie hätten sich im Wald verirrt,
da frug ein Waldgeist sie verwirrt :
"Wohin des Weges, Unbekannte,
kann ich Euch helfen, Einsame ?"
"Danke Dir", Dietrich hat erwidert,
"aber unsre Richtung ist gesichert."
So verließen sie hoffnungsvoll den Wald,
zu sehn die ersehnte Heimat bald.

Und sieh`: Der Heimatboden war erreicht,
ganz Bern war einzig nur erfreut.
Dietrich, Hildebrand, sie warn voll Freude,
zu sein nicht mehr in ferner Fremde.
Was vorher hatte sich bekrieget,
nun, es hatte sich befriedet.
Denn, wenn die Ruh, sie ist dahin,
dann ist der Unruh bös` Beginn.

Doch statt Rache war Vergebung
und statt Hasse war Versöhnung.
Wo einstens war die Feindschaft,
war dann die reine Freundschaft !
Dieterich, ein großer seiner Zunft,
auch nach dem Tod, er ward geehrt.
Dem Ruhm gehört die Zukunft,
Dieterich, er hat`s gelehrt !!



( E N D E )

Hanns SEYDEL, 27.10.2019 - 14.01.2020

( Werk 070 )




 

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