Hanns Seydel

DAS FREVELN DES TANTALOS (2020)


Göttervater Zeus, er einstens zeugte
Tantalos, der dann Lydien regierte.
Tantalos, er immer deutlich zeigte,
dass er der Götter Gunst begehrte.
Von allen seinen weltlich` Söhnen,
Zeus ließ Tantalos am meist` verwöhnen.
Göttermutter Hera lud ihn ein,
beim Göttermahle Gast zu sein.

Doch Tantalos war oberflächlich,
im Lästern krassest unersättlich.
Sogar zum Diebstahl war er willig,
abstoßend sein Sinn und seelisch billig.
Noch bevor das Göttermahle war beendet,
er Getränke voller Tücke hat entwendet.
Die Götter waren voller Zorn,
jetzt war Tantalos für sie ein Dorn.

Dann lud Tantalos die Götter ein,
doch das Mahl hatt` keinen schönen Schein.
Der grausam` Böse war zum Töten fähig,
ermord` sein` jüngsten Sohn, noch minderjährig.
Des toten Pelops verdorret Fleisch
als Speise kam auf Göttern Tisch.
Göttin Demeter fing an, zu essen,
doch der Tote brachte ihr Erbrechen.

Der üble Frevler wollte bösest meinen,
den Mord, die Götter würden nicht bemerken.
Doch der Götter Geist, er blitzte,
denn viel Erkenntnis, er bewirkte.
Die Götter erkannten dann den Hintergrund,
erzürnt sie waren über Tantalos.
Sie brachen mit ihm den einstgen Bund,
ihr brennender Zorn war riesengroß.

Dann ergriff die Götter riesge Wut
mit entsetzlich innrer Glut.
Der Rachewunsch, er war entsprungen,
"Bestrafung" rief der Götter Zungen.
Und was nun megakrass erfolgte,
der Götterkreis Olymp noch nie erlebte :
Alle Götter warn im Aufruhr,
erschüttert warn sie schlimmstens pur.

Und ein namenloses Grauen,
übertreffend jed` Entsetzen,
vernichtet hat ein groß` Vertrauen
und musst` Zeus ganz tief verletzen.
Zwietrachtgöttin Eris fordert` immerfort :
"Tantalos soll sein im trübsten Ort !"
Dann rief der grimmge Kriegsgott Ares :
"Er soll ins Totenreich, zu mei`m Bruder Hades !"

So verbannten sie den Tantalos
in den ewig dunklen Tartaros.
In tiefster Tief` des finstren Hades,
da gab es schlimm nur Schwarzes.
Für Tantalos war Tartaros
unsagbar Leiden übergroß.
Tantalos erlebte krassest Qualen,
die übertrafen alle riesgen Plagen :

Sahr er durstig Wasser dort zum Trinken,
Meergott Poseidon ließ es herb versinken.
Früchtegöttin Karpo bracht` ihm Äpfel, Birnen,
kaum ergriffen, dann wurd` sie ihm entrissen.
Dann kam die hehre Göttin Pallas Athena,
nur der Krieg war ihre wuchtige Arena.
Sie zeigte ihm stolz Stück für Stück
der Gewinner permanentes Siegerglück.

Und ein mächtig schwerer Riesenfelsen,
wie ein Damoklesschwert hing über ihm.
Der Fels hing an ei`m Seil, das konnte reißen,
die grauenhaft` Gefahr, sie ängstigt` ihn.
Im Tartaros gings grausam greulich zu,
ganz gespenstisch war dort keine Ruh.
Kerberos, des Hades höllisch` Hund,
bellte dort zu jeder vollen Stund`.

Und giftig züngelten extrem viel` Nattern
gefährlich in dem schwarzen Schatten.
Des dunklen Hades tiefster Abgrund,
er war noch schlimmer als der ärgste Schlund.
Zum letzten Mal, er bittet und blicket
und seine Stimme fast ersticket
zu Vater Zeus mit elend` Grauen :
"So sieh doch mein Bedauern !"

Er fleht zum Zeus mit Inbrunst :
"Gewähre mir der Götter Gunst,
mein Morden und mein Freveln
bringt mich zum Verzweifeln !"
Und wo war die Rettung
und wo war ein Licht ?
Gnadenlos war Zeusens Haltung,
für Tantalos war Hoffnung nicht in Sicht.



( E N D E )

Hanns SEYDEL, 17.01.2020

( Werk 072 )




















































































































































 

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