Horst Werner Bracker

Herbst Melodien

Herbst Melodien

Balladen

 

Graue Nebelschleier haben sich in den Alleen verfangen.
Nebelfeuchte liegt auf jeden Ast und auf jedem Blatt.
Triefende, Moos bewachsende Äste grünbehangen
Silbrig bestreut, mit Eiskristallen, weil es gefroren hat.
 
Still mit bedächtigen Schritten geh ich durch die Alleen.
Lausche in das schweigen, lass mir manch Schönheit zeigen.
Ab und an bleib ich stehen, um nach diesem, jenem zu sehen.
Die Krähen sitzen eng aneinandergereiht im Stillschweigen! –
 
Die Abend Dämmerung kriecht in blauen Tönen, -
Mit des Tags Neige löscht das letzte Abendrot.
Ein melancholisches Klagelied der letzten Epigonen
Mit sternenloser Finsternis und Mondes Bleiche droht.
 
Ich will den Fuß sputen, die Dunkelheit entfliehen.
Das Licht der Häuser suchen, die meinen Weg mit zeigen.
Bevor der grauen Nebel dichte, sich undurchdringlich ziehen.
Und im dichten Nebelreigen mich verheddere in der Bäume Zweige.
 
Fantasievolle Gestalten Bevölkern je, die schummrigen Alleen –
Abgerissene Gestalten, lachend, diskutierend, kreuzen meinen Weg
bin ich nicht mehr allein, mit dem Dunkel, ein kommen und gehen
Fuchtle mit den Armen, bahne mir den Weg, weg da! Es ist spät!
 
Da, die Mühle, das Forsthaus, der U- Bahnhof ist ganz nah
Doch Nebel Gestalten bedrängen mich, versperren den Weg
Bär ging ruhig an meiner Seite, als wäre, was ich sah, nicht da
Mit Müh‘ und Not, mich hechelnden Atem erreich ich des Bache Steg
 
Der wacklige Steg, Jahrzehnte alt, trug mich zum anderen Ufer
Mir wars als hörte aus uraltem Dämmerlicht, Fährmann hol über!
Noch fünfhundert Meter durch Bruchwald, dann schwieg der Rufer
Alles unwirkliche, das meiner Fantasie entsprungen, ließ ich zurück
(25.07.2020 E Storie)        *
 
Die U-Bahn fuhr mich zurück in mein warmes, gemütliches zuhause.

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