Fabian Müller-Dölitzsch

Hoffnung


Hohle Worte, leere Phrasen

Wie Regenguss auf totem Rasen

Doch halt: da regt sich Trost in trockner Erde

Zauberhaftes Glitzern, ich glaub‘, ich werde…

Heute nicht mehr, heut zu spät

Doch morgen, wenn es wieder geht

Den Spaten in die Hand geschwind

Und grab und wühle wie ein Kind

Nach Hoffnung, Friede, Freude, Eierkuchen

Nach Ostern ´93 – Eiersuchen

Erinnerung so schön, dass es fast schmerzt

So viel gelacht, so viel gescherzt

Drum schnell nach draußen, ich fang an!

Die Nägel dreckig, werd‘ ich dann…

 

Ach…nein…vertrocknet und nicht mehr zu retten,

der dunkle, tote Rasen

wetten:

Morgen regnet’s, weil es muss

In hohle Erde – welch Verdruss.

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Zwei sensible Frauen, die sensible Gedichte schreiben. Beide schürfen tief. Da bleibt nichts an der Oberfläche. Beide schöpfen aus ihrem emotionalen Reichtum und ihrem souveränen Umgang mit Sprache. Dabei entfalten sie eine immer wieder überraschende Bandbreite: Manches spiegelt die Ästhetik traditioneller formaler Regeln, manches erscheint fast pointilistisch und lässt viel Raum für die eigenen Gedanken und Empfindungen des Lesers. Ein ausgefeiltes Sonett findet sich neben hingetupften sprachlichen Steinchen, die, wenn sie erst in Bewegung geraten, eine ganze Lawine von Assoziationen und Gefühlen auslösen könenn. Bildschön die Kettengedichte nach japanischem Vorbild! Wer hier zunächst über Begriffe wie Oberstollen und Unterstollen stolpert, der hat anhand dieser feinsinnigen Texte mit einem Mal die Chance, eine Tür zu öffnen und - vielleicht auch mit Hilfe von Google oder Wikipedia - die filigrane Welt der Tankas und Rengas zu entdecken. Dass Stefanie Junker und Monika Wilhelm sich auch in Bildern ausdrücken können, erschließt an vielen Stellen eine zusätzliche Dimension [...]

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