Horst Fleitmann

Frau Sämlich

Ein Dichter, Mensch mit viel Elan,
Sitzt dichtend wie er's mag und kann,
In seinem Häuschen nah' am Rhein.
Hier fällt zum Dichten ihm viel ein.
Sein Handy piepst ... Er blickt gequält.
Ein Fremder... hat sich wohl verwählt.
Doch dieser Fremde will partout
Frau Sämlich sprechen... Doch wozu?

"Hier wohn' nur ich und nicht Frau Sämlich".
Dann legt er auf und raunt "wie dämlich".
Der Dichter sammelt sich von vorn,
Schon sind Ideen neu gebor'n.
Doch Ruhe fehlt dem armen Dichter,
Auch die Ideen werden lichter.
Es schellt zum vierten, fünften Mal
Das Denken wird nun fast zur Qual.

Bevor ihm gar nichts ein mehr fällt,
Hat's  Dichten er kurz eingestellt.
Und geht, was nicht verwunderlich
Mal in sich... und ist außer sich
Als nun das Handy wieder bimmelt.
Er  hört; "Frau Sämlich bitte ... dringend"
"Hey Mann" schreit er, "lassen Sie's sein,
Ich wohn' hier draußen ganz allein".

Bevor's ihm raubt nun den Verstand,
Geht er ans Fenster, schaut ins Land
Und übelrlegt dann hin und her
Was solchenfalls zu machen wär.
Am besten sagt er dann zu sich
Ich ignorier's beflissendlich.
Begibt sich wieder mit Elan,
Erneut zum Dichtertisch und dann...,

Rrrrrriiiinggg.....

© Horst Fleitmann, 2020

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