Frank-Ulrich Meinhard

Hundeliebe

Hundeliebe 

Wenn er mich sieht, ist er wie von Sinnen.
Er springt an mir hoch und jault und bellt.
Da ist was an mir oder auch innen drinnen,
was ihm, so scheint es, ganz gut gefällt.

Er würde mich, wenn er könnte, küssen.
Er lässt mich einfach so sein, wie ich bin.
Ich muss ihm nichts beichten, er wills gar nicht wissen.
Und wär ich ein Mistkerl, er nehme es hin.

Ich glaube ja wirklich, dass er mich liebt.
Ja, sag ich fröhlich, du bist ja mein Bester.
Er schenkt mir den treuesten Blick den es gibt.
Das ist der Hund meiner Schwester.

Vielleicht hat mich der Hund meiner Schwester
lieber als der Liebe Gott.
Nun wird wohl so mancher sagen, ich läster,
doch nein, nichts liegt mir ferner als Spott.

Das Schweigen des Himmels ist schwer zu ertragen.
Ist denn da niemand der uns erhört?
Dort ist die Stille und hier sind die Fragen.
Gesegnet ist der, der sich daran nicht stört.

Vielleicht war einst mein Glaube fester
und fiel zum Opfer einem Komplott.
Ach, manchmal glaub ich, der Hund meiner Schwester
hat mich lieber, als der Liebe Gott.

Oh Hunde! Von uns beschimpft als Köter:
Wir wissen ja nichts! Was verstehen wir schon?
Ihr vergebt uns. Seid ihr Gottes Stellvertreter?
Bringt ihr uns die Liebe vom höchsten Thron?

Vielleicht hat uns der Schöpfer der Welt
an unsere Seite den Hund gestellt,
als Helfer, genügsam und ehrerbötig.
als Wächter von Haus und Hofe.
Und ihm für diesen Dienst gelenkt
unendliche Geduld geschenkt.
Die hat er auch nötig.
(So wie das Brecht-Wort die Strophe.)

Manchmal glaub ich, es ist alles nicht echt hier.
Als wenn das Leben auf Erden ein Test wär.
Und manchmal ist mir, ein Trostwort brächt mir
ein treuer Bote. Der Hund meiner Schwester.

Vielleicht hat mich der Hund meiner Schwester
lieber als der Liebe Gott.
Nun wird wohl so mancher sagen, ich läster,
doch nein, nichts liegt mir ferner als Spott.

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