Jürgen Wagner

Die Maske


Die Maske, die war lang verpönt,
nur Frauen hat sie stets verschönt
In das Gesicht weiß aufgetragen
half sie der Haut bei manchen Plagen

Die Maske war uns nie vertraut,
nur Gangster trugen sie beim Raub
So überfielen sie die Bank
und flohen schnell und unerkannt

Die Maske, die war unbeliebt,
selbst bei dem kleinsten Ladendieb
Die Großstadt aber voller Schmutz
erforderte den Nasenschutz

Die Maske ist dort keine Qual:
im Karneval, im Ritual,
in Opern und in der Magie,
da ist sie voller Energie

Die Maske heut in Bus und Bahn
gibt etwas Schutz – so ist der Plan
Hygiene hat sich oft bewährt
Nur Ängstlichkeit, die wär verkehrt

Beim Einkauf und Besuch der Bank
gilt: unvermummt, ist schon fast krank
Will einer sein Gesicht heut wahren,
darf er beim Maskenschutz nicht sparen



Anm.: Maske kommt aus dem Arabischen und bedeutet ‚Narr, Posse, Hänselei, Scherz‘. Das meint eine Gesichtsbedeckung, die ursprünglich in rituellen, kultischen und magischen Handlungen verwendet wurde. Schon Steinzeithöhlen zeigen Menschen mit Tiermasken, die vielleicht einer überzog, um die Kraft dieses Tieres zu rufen oder sich mit ihr zu verbinden. Später hielt die Maske auch Einzug in Theater und Kunst, wo von der Gesichtsbedeckung bis zur Ganzkörperkostümierung alles möglich ist. Bei Theater und Film wird der Arbeitsbereich von Maskenbildnern als „die Maske“ bezeichnet, ihre Tätigkeit als „Maske machen“, dazu gehört vor allem das Schminken. Wer einmal eine Maske aufgezogen hat – und sei es nur eine Clownsnase - wird entdecken, welche Verwandlung dadurch möglich ist. Wir werden in dem Moment tatsächlich ein anderer und eine andere und können eine andere Rolle annehmen.

Die Maske, die heute für hygienische Zwecke eingesetzt wird, macht auch etwas mit uns und der zwischenmenschlichen Kommunikation, aber sie dient vorrangig dem Schutz vor Krankheitserregern.

Bild: Thommy Weiss/pixelio.de

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 05.08.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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