Hanns Seydel

DIE ARGONAUTEN : JASON UND SEINE WAFFENBRÜDER (2020)


In Griechenland, es war Thessalia,
das allergrößte Königtume da.
Mächtig herrschte dort nur krass
der schlimme König Pelias.
Er, dem Keiner wollte wirklich traun,
hatt` einen ungewöhnlich` Traum :
Aus Iolkos käm stärkste Unruh`
in Gestalt mit nur einem Schuh.

Des Peliasens Neffe groß,
das war der Jason von Iolkos.
Der Göttermutter Hera half er fromm,
sicher über einen Fluss zu komm`.
Doch dabei löste sich ohn` Ruh
von Jasons linkem Fuß der Schuh.
Der Schuh versank in Flusses Tiefe,
unerreichbar für die Anker aller Schiffe.

Und trotzdem, Jason ging zu Pelias,
den Onkel sehend in sei`m Königraum.
Der König war vergnügt auf sein` Terrass`,
doch dacht` sofort an seinen Traum.
Um Jason weitest weg zu haben,
Pelias bot ihm an, die Kron` zu tragen,
wenn das Goldne Vlies er brächte schnell,
des Widders Chrysomallos schönes Fell.

Am hinterst` Eck der Erd`,
am End` der weiten Welt,
befand sich Goldnes Vlies,
dess` Heimat Thessalia hieß.
Und Pelias dachte immerfort,
von ei`m so entfernten Ort,
Jason käme nie zurück
und bliebe dort zum Glück.

Ein alter Waffenbruder Jasons,
das war der Schiffebauer Argos.
Sein` geniale Schiffe waren
grandiosest groß in ihr`m Gebaren.
Den Jason bat der stürmisch` Jason,
ein Schiff zu bauen balde schon
für die Fahrt zum Areshain in Kolchis,
wo sich befand das Goldne Vlies.

Und Argos zeigte dann sein Können,
das Werk, von ihm nur konnte kommen.
Die Argo war mit fünfzig Rudern
die Attraktion an Wassers Ufern.
Als Jason alles überdachte,
schlagartig er schnell erkannte :
Alle seine Waffenbrüder,
sie sollten mit ihm fahrn wie früher.

Sie fuhren dann mit innrem Brennen
mit der Griechen größten Recken,
Argos, Herakles und Theseus
und auch gewaltgem Orpheus.
Sogar der starken Dioskuren beide,
Castor und Pollux, waren auf dem Schiffe.
Auch der Nestor und noch weitre Zwanzig
fuhren auf der Argo mit ganz groß gewaltig.

Des Jasons Heimatstadt war Iolkos,
der Stadte Hafen war ganz groß.
Dort fanden sich die Recken ein,
die wollt` nach Kolchis zu dem Areshain.
Alle Recken war`n versammelt
im Schiff, das war enorm gestaltet.
Der Argo konnten sie getrost vertrauen,
ihr Name war dann Argonauten.

Das Schiff, es wurd` beschützt von Zeus
und der musikbegabte Orpheus,
er zeigte sein` enorm` Begabung,
Harfe und Gesang vertrieb jed` Trübung.
Auf weiter Fahrt, die Argo oft hielt an,
am Pelion, die erste Rast war dran.
Jason dankte Keiron glühend
für Erziehung in sein` Jugend.

Und weiter ging die Fahrt,
Samothrake war nächster Halt.
Nur knapp bemess` war`n alle Pausen
von den vorwärts drängend` Argonauten.
Der Argonauten großer Tatendrang,
er war ein richtig starker Strang.
Die Fahrt wurd` unbeirrtest fortgesetzt,
nächste Rast war an Illyriens breiter Küst`.

Und dann ging`s wieder wildest weiter,
nach Lemnos, der Insel, die war niemals heiter.
Dort töteten die Frau`n die Männe`,
da die dortgen Männer gingen fremde.
Doch die Lemnoninnen war`n freundlich,
bewirteten die Argonauten gastlich.
Und die Argonauten mussten sein nicht bang,
erfreuten sich an Wein und Weib und viel Gesang.

Doch Herakles wollt` weiter,
die Argo, sie bewachte er.
Ernst kam er zu den Anderen
und drängte dringend, aufzubrechen.
So wurd` die Fahrt dann fortgesetzt,
an Phrygiens Küst`, sie hatten angesetzt.
Dort war`n die äußerst freundlich` Dolionen,
weitren Weg zum Vlies sie sagen konnten.

Beschwerlich war des Schiffes weitre Fahrt,
bei Prusias erst, ward wieder Halt gemacht.
Gastlich aufgenommen von den Mysiern,
musst` die Weiterfahrt erfolgen nüchtern.
Doch ein groß` Versehen ward begangen,
als Jason und andere in der Argo wieder waren,
übersahen sie, dass Herakles nicht war an Bord,
denn Herakles, er sah den Hylos nicht vor Ort.

In ein` Nymph`, der Hylos hatte sich verliebt
und folgt ihr zu ei`m Felsenriff.
Dort vergaß er alle Zeit und merkte nicht,
dass Herakles ihn dauernd rief.
Auch der Polyphemos wurd` vergess`,
weil vor der Weiterfahrt vermess`
verhängnisvoll wurd` übersehn,
wer an Bord war, abzuzähln.

Als die restlich` Argonauten
wer dort fehlt an Bord erkannten,
zu spät es war für alle kläglich,
denn Umkehr war nicht möglich.
So ging weiter dann die lange Fahrt,
in Bithynien ward Rast gemacht.
Der dortge König Amykos,
er war ein übler Zeitgenoss` :

Denn Alle, die ihn je besuchten,
Gefechte mit ihm austrag` mussten.
Doch Polydeukes, der hehre Dioskur,
er hatte ihn besiegt stark stur.
Der Dolionen freundlich` Rat,
wie Weg nach Kolchis sei in der Tat,
der Jason und die Seinen,
sie hatten ihn vergessen.

So segelt` sie mit vieler Kraft
weiter auf der lang` gefahrvoll` Fahrt.
Nach Salmydessos, in Thrakien gelegen,
sie kamen nach der Weiterfahrt verwegen.
Der König von Salmydessos,
das war der unfähige Pineos.
Die still` Harpyden stahlen
sein Essen ohn` Erbarmen.

Die Argonauten Zetes und Kalais
halfen, ohne zu verlang` ein` Preis.
Sie vertrieb` die krass` Harpyden,
so musst` Pineos nicht verhungern.
Und Pineos, er gab hilfreich` Rat
für Argonautens endlos` Weiterfahrt.
Doch neu` Gefahren warteten
auf die brausend` Argonauten :

Am Anfang des Schwarzen Meeren,
da war`n die Symplegaden.
Sie war´n massive Mammutfelsen,
die alles Leben krass zermalmten.
Doch vor der Argonauten Weiterfahrt,
befolgend des Pineos weisen Rat,
starke Stürme war`n am Toben,
Weiterfahrt, sie wurd` verschoben.

Des klugen Nestors feurig` Flehen
konnt` der Götter Herz bewegen.
Die großen Götter des Olympen
starke Stürm` sie bald entfernten.
Nach endlos langem Warten,
die Argo konnte weiterfahren.
An Schwarzen Meeres Strand
die Insel der Mariandern stand.

Der Mariandern alt gewordner König,
das war der bedauernswerte Lykos.
Mit ihm Kampfe wollt` nicht wenig
der aufbrausende Amykos.
Doch Lykos hat befreit gehört,
dass mit sei`m riesgen Schwert
Polydeukes erschlagen hat Amykos,
kraftvoll und erbarmungslos.

Wie vor ihm dankbar war Pineos,
war jetzt innig dankbar Lykos.
Den Argonauten wurd` geschenkt
Gastfreundschaft ohn` End`.
Doch Jason und Polydeuken,
zur Weiterfahrt sie drängten.
Sehr lange sollten sie verweilen
in der Kalyber Reiches Breiten.

Und in deren weiten blühend` Landen,
durch viele Königreich` sie kamen.
Doch dann wollt` Schiffserbauer Argos
weiterfahrn mit schallend` Tross.
Und die Argo fuhr mit viel Gebraus`,
in Tia wurd` gemacht die nächste Paus`.
Des Kriegsgott Ares Insel war gefährlich
und im Endeffekt beängstigend bedrohlich.

Dort war`n die stymphalischen Vögel,
ihr` Federn als Wurfspieß erzeugten Ekel.
Und Kastor, der andre Dioskur, wollt` weiter,
ungeduldig drang er vorwärts heiter.
Gewaltig war das riesge pralle Panorama,
dem fern war jedes herbe dunkle Drama.
Des Kaukasusses übergroßes Bergmassiv
beeindruckte die Reisenden von Hoch bis Tief.

Doch der Kaukasus, er kannt` auch Blut,
Prometheus war`s, der in krassem Übermut
verhöhnt hat ehrfurchtslos die Götter
und deren Rache, sie war bitter :
Angekettet sie ihn hatten grausam fest,
ein Gigant von Riesenadler dauernd kreist
um sein Herz mit bösem Todeswillen,
unheilvoll der Adler wollte nur bewirken :

Des Prometheus Leber derb zernagen,
ahnend, dass Prometheus` Qualen
niemals nehmen werd` ein End`
und er dauernd bleibt im Elend.
Doch die Fahrt der Argonauten,
sie war nicht mehr aufzuhalten.
Dann war`s der ungeduldge Theseus,
der weiter wollt` mit Hilf` des Zeus.

Argos, Schiffserbauer und auch Steuermann,
fuhr die Argo langsam, doch sicher sodann
zum Fasis, dem riesenhaft` Gewässer,
die Aussicht wurde immer besser.
Zur einen Seit`, sie sahen sinnlich und ganz klar
den ganzen Kaukasus mit Hauptstadt Kyta.
Zur andren Seit`, da war`s sinnlich und erbaulich,
denn hehr und stolz präsentierte sich :

Das Feld des Ares im Sonnenschein,
umrahmend den schönen Areshain,
der ward Mittelpunkt für die Taten,
für die die Argonauten herkamen.
Der Tatendrang der Argonauten,
er war ein einzges heftges Brausen.
Waffenbruder Telamon und Jason
von König Ajetes das Vlies sie wollten.

Doch Ajetes war zutiefst gemein,
das Vlies blieb solang` sein
bis Jason ohne jed` Verzagen
für ihn erledigt hätte Aufgaben.
Des Ajetes Tochter Medea war
von Jason beeindruckt ganz und gar.
Für sie war Jason überragend
und kraftvoll riesig überzeugend.

Gemeinsam mit Medea und beseligt,
Jason alle Aufgab` hat erledigt.
Doch Ajetes hat verweigert mies
die Herausgab` von dem Goldnen Vlies.
Vielmehr hat Ajetes krassest dann
erdacht `nen grausam üblen Plan :
Er wollte unbarmherzig nur vernichten
die ahnungslosen Argonauten.

Sein Vorhaben, er hat mitgeteilt
Medea, die war tiefstens aufgewühlt.
Und Medea hat dann informieret
den Jason, der hat gleich gehandelt.
Medea stahl dann bald schon
das Goldne Vlies für Jason.
Und Jason, er war dankbar,
geheirat` hat er schön` Medea.

Und Jason, er hat eingeweiht
all` Argonauten in die Sach`.
Idas war es nun, der vehement
heimwärts wollte, auch bei Nach`.
Entgegen des Pineos weisen Rat,
Rückweg war derselb` wie Hinweg.
Doch Argos brachte in der Tat
alle sicher heim trotz rauhem Reg`.

Und Jason gab dem Pelias
das langersehnte Goldne Vlies.
Doch Pelias war nur voller Hohn,
dem Jason gönnte nicht den Thron.
Pelias starb dann durch sein hohes Alter,
Medea und Jason, sie gingen nach Korinth.
König Kreons Tochter Glauke bald wollte er,
Medea tötet Glauke, war vor Hass krass blind.

In ihrer Rach`, Medea kannt` kein` Grenz`,
des Jasons Kinder Mermeros und Feres,
sie ermordet nach ihr`m herb` Vergehn,
sie ging mitleidlos für immer nach Athen.
Und Jason wurd` verbittert schuldbewusst,
verstieß Medea, weil er Glauke haben musst`.
Nur Unglück brachte ihm das Vlies,
das Leben für immer selbst er verließ.



( E N D E )

Hanns SEYDEL, 21.01.2020 - 11.02.2020

( Werk 094 )






















































































































































































































































































































































































































































































































































































 

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