Hanns Seydel

SIGURD VON XANTEN


In Xanten am Niederrhein geboren,
ist Sigurd dort auch aufgewachsen.
Sigmund und Siglind`, die Eltern,
für sie war er ein strahlend` Stern.
Heran wuchs er in großem Glanz
und entwickelte dann früh ganz
sein` unermesslich` Kraft,
die war sein` Lebens Saft.

Und Sigurd, er zog aus,
um Abenteuer zu erleben.
Unbändig und mit viel Gebraus
konnt` er äußerst viel bewegen.
Des Sigurds größtes Abenteuer,
es war der Drachenkampf.
Der Drache, er hieß Fafner,
versank wie in einem Sumpf.

Entfesselt war des Sigurds Kraft
in tödlich schlimmer Schlacht.
Der Drachenkampf, er bracht` zutage
des Sigurds Riesenkraft, kein` Frage.
Und Sigurd schwang den Balmung,
des großen Kämpfers Riesenschwert.
Der Balmung fuhr mit Schwung
hinein in Fafners fiebernd` Herz.

Richtig übermenschlich stark
erschlug Sigurd schroff und arg
den schrecklich schlimmen Fafner,
der nur war ein herber Grausamer.
Und Sigurd zog zu den Nibelungen,
deren Hort, er wollt` bekommen.
Den Zwergen Schilbung und Nibelung
er nahm ab den Hort, er hatte sie bezwung`.

Und wieder weiter wollte er,
zu den Burgunden mehr und mehr.
In Worms, er war dann angekommen,
Kampfgedröhn wurd` dann vernommen.
Doch Gunter, Gernot, Giselher,
die Wormser, sie erkannten,
Sigurd siegte sehrend sehr,
so gab`s Frieden unter allen.

Und Sigurd sah sodann entflammt
die hehrste Frau und war gebannt.
Der Brüder Schwester Krimhild,
sie war schön und hehrest hold.
Überwältigt von der Krimhild
war der hingerissne Sigurd.
Auch Krimhild war begeistert,
also ward alsbald geheiratet.

Und Gunter, er wollt` heirate`
die Brunhild von dem Isensteine.
Doch die war bärenstarke Kriegerin,
Gunter Ausweg suchte voller Grimm.
Sigurd hat vor langer Zeit erworben
ein` Tarnhelm, der konnt` verwandeln
des Tarnhelms Träger schnelle schon
in ein` gänzlich andere Person.

Und Sigurd sich verwandelte
bald in Gunters spröd` Gestalte.
So eilt er, freien wollend Brunhild,
im Kopfe sehend nur ihr Bild.
Der Kampf, er war so krass,
dass Brunhild musst` erblass`.
Sie hat den Kampf verlorn,
nichs nützte ihr der rasend` Zorn.

Nach Worms ist sie gekommen
und Brundhild war überzeuget,
der Gunter hätte sie besieget
und sie sei Königin von Wormsen.
Und Brunhild, sie erkannte bald
die Täuschung durch den Sigurd.
Sie beschwor den Tronjer Hagen,
schnell, der Sigurd müsse fallen.

Es wurde dann gejagt im Walde
und auf der Jagd, da tötete
der grimmge Tronjer Hagen
den Sigurd von dem Xanten.
Die Rache musste komme`,
denn Krimhild, sie erkannte,
kommen konnt` nur hart wie Stahl
der Rache allerstärkster Strahl.

Geheirat` hatte sie bedächtig
Etzel, der Hunnen hoher König.
Der auch als Attila Bekannte,
er hielt an um ihre Hande.
Die Wormser wurden von ihr eingelad`
und die brachen auf zur langen Fahrt.
Zu Etzels Burg bewegte sich die Schar,
was ihr schlimm` Verhängnis war.

Gunter, Gernot, Giselher,
des Alzeys starker Volker,
die Tronjer Hagen und der Dankwart,
der Tod blieb ihnen nicht erspart.
Der Trauer Töne tönten,
der Feste Freuden fehlten.
Vorbei war Weltens Wonne,
vorbei war`n Wunders Werke.

Wo Siegfried einst der leuchtend` Sieger war,
wo Siegfried schwang des Balmungs Schwere,
war nach sei`m Tod nur gähnend` Leere,
war dann alles blass und starr.
Germaniens größter Recke,
es war der einzigartge Sigurd.
Er endete in viel zu frühem Tode,
`nen Nachruhm wie er hat niemand !



( E N D E )

Hanns SEYDEL, 15.02.2020 - 17.02.2020

( Werk 097 )















































































































































































































































 

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