Hanns Seydel

Die heilige MARIA TERESA GORETTI


Sie war ein junges Mädchen
und ihrem Gotte treu ergeben.
Einsam war sie in der Kindheit,
Geschwister kamen erst sehr spät.
Bei Ancona als Bauernkind geboren,
heiligst rein und damit unverdorben,
hatte sie ein kindliches Gemüt
wie der großen Heiligen Geblüt.

Und gerade ihre Schlichtheit,
sie ist typisch für die Heiligkeit.
Und nichts kann je verdrängen
die Einfachheit im Herzen.
Ihr` Lebenszeit war kurz bemessen,
das Leben konnt` sie nicht genießen.
Ihr Tod, er kam sehr bald,
denn sie wurde nur elf Jahre alt.

Jede junge Seel` möcht` lange leben,
doch das arme Mädchen musste sterben,
im Stich gelassen von den Menschen,
von denen niemand wollte sie beschützen.
Der Täter war ein wilder Wüstling
und das Böse kennt kein Mitleid.
Das arme Mädchen krass er fing
und zu morden war er dann bereit.

Alessandro, der Sechzehnjährige,
ohne Unterlass bedrängte
die wahrlich nur bedauernswerte
Maria Goretti, die Elfjährige.
Der grausam` Serenelli Alessandro,
immer nur äußerst rabiat und roh,
stach und stach auf sie krass ein,
sie konnt` sich nicht mehr halten auf den Bein`.

Markerschütternd, herzergreifend war ihr Flehn :
"Alessandro, lass ab von Deinem schlimmen Tun,
Du würdest sonst für immer untergehn
und niemehr können sorglos ruhn !"
Als Alessandro endlich hatte aufgehört,
da war es leider schon zu spät.
Durch die Tat des bösen Alessandro,
Maria kam in`s Krankenhaus von Nettuno.

Doch sie war bereits dem Tod geweihet,
hat aber dem Alessandro noch verzeihet.
Denn sie dachte an des Heilands letzte Worte :
"Herr vergib, denn sie kennen nicht ihr` Tate !"
Des Mädchens Mutter marternd
rief, sich Selbstvorwürfe machend :
"Oh hätt` ich doch vielmehr geacht`
auf mein` Tochter mit Bedacht !"

Da frug sich dann der Christe :
Warum hat sie müssen leide` ?
Herzensgut war ihr` Gesinnung,
Strahlendes war ihr` Bestimmung !
Die Sonne hatte sich verzogen,
der Himmel hatte sich verdunkelt.
Die Gewächse hatten sich gebogen,
Helles hat nicht mehr gefunkelt.

Die Taube, Herrgotts heilger Vogel,
der auch fliegt in Regens Hagel,
flog am finster grauen Himmel einsam,
als die trauernd` Leut` zur Kirche kam`.
Gott oftmals vergebet viel Verfehlung,
doch nicht des Mordes arge Tat.
Den Mörd` erwartet die Verdammung
als Folge seiner grausam` Saat.

Serenelli wurd` dann angeklagt
und zur Zwangsarbeit verurteilt.
In sei`m Gewiss`, er hat nicht nachgefragt,
welch` Grausamkeit ihn hat ereilt.
In der Haft, er führte sich so gut,
dass vorzeitig er entlassen wurd`.
Und der Sünder, der wurd` zum Mörder,
er ging betroffen zu Marias Mutter.

Händeringend bei ihr flehte er :
"Bitte verzeih mir, ich bereu` so sehr !"
Auch Marias Mutter war betroffen
und hat geantwort` ganz ergriffen :
"Ich gewähr` Dir die ersehnt` Verzeihung,
denn auch Christus kannt` Vergebung !"
Wie Maria wusst` auch sie, was Jesus sagt :
"Herr vergib, denn sie kennen nicht ihr` Tat !"

Und welch` gnadenreich` Entwicklung
Herrgott herrlich hat bewirket ?
Durch Marias Mutter Verzeihung
jed` rel`giöse Bindung wurd` erneuert !
Der Sünder, Mörder, Übeltäter
war den Tränen nah vor Rührung.
Er wurd` ein echt` Geläuterter,
der fühlte Herrgotts Segnung.

Und Alessandro wurd` so gläubig,
dass er für Böses nichts mehr hatte übrig.
In Macerata ist ein Kloster,
ein wertvolles der Kapuziner.
Als Gärtner wurde er dort eingestellt,
Gottes große Gnad`, sie war für ihn bestellt.
Und er wurde Bruder in dem dritten Orden
des heiligen Franziskus ganz erhaben.

Doch der Wunder waren weitere :
Zwar, Alessandro ereilt das Urteile,
doch durch einen wertvoll` Traume,
er wurde tief erfüllt von Reue.
Sein Traum war eine göttliche Vision,
die war für seine Reu` der Lohn.
Von Maria träumte er bewegt,
die ihm schöne Lilien schenkt.

Keine Grenzen Gottes große Gnade kennt,
seit langem, die Heilige wird stark verehrt.
Von den Päpsten war`s der zwölfte Pius,
für den ihr` Seligsprechung war ein Muss.
Und bei der Seligsprechung war dabei
der geläutert` Alessandro Serenelli.
Und wieder war`s der zwölfte Pius,
für den ihr` Heiligsprechung war ein Muss.

Ihr` Seligsprechung, Heiligsprechung,
Mutter Assunta Goretti hat erlebt.
Maria wirkt ohn` Unterbrechung
und oft, die Gläubgen sind bewegt !
Und Assunta, ehrwürdig alt geworden,
hat alles überdacht und ist bestärkt gestorben.
Dann kam von allen Päpst` der Größte,
Polens Johannes Paul, der Zweite !

Der Größte aller Glaubenszeugen
ehrt die ewig Heilge ohnegleichen.
Es war der hundertst` Todestag Marias,
als Johannes Paul, der Zweit`, verlas :
"Bischof von Albano, meine Botschaft ist :
Maria Goretti war im Glauben fest.
Der große Heilge Geist, er war zugegen,
als das heilge Mädchen opferte sein Leben !"

Die breitgefächert` Ikonographie, sie ist`s,
in der Maria hat ihr`n festen Platz.
Und ihre höchsten Attribute sind`s,
durch die sie bleibt ein ständger Schatz.
Maria sind geweiht viel` Kirchen
und auch mehrere Kapellen.
Und in manchen Kirch`altären,
dort sind sehr wertvolle Reliquien.

Auch sonst existieren viel` Reliquien
der ewig heilgen Märtyrerin.
Zwar, ihr Grab ist in Nettuno,
doch ihr Heimatort ist Corinaldo.
Dort gibt`s ein` wunderbare Krypta
zu Ehr`n der heilgen Goretti Maria Teresa.
Ihr Körper, als künstlich kostbar` Kreation,
in Wachs gebild`, ist eine wertvoll` Sensation.

Und es ist schwer zu glauben,
Maria Goretti ward Patronin
bei den Marianischen Kongregationen,
ihr Grab, es ward besucht von Päpsten.
Im tief rel`giös geprägt` Nettuno,
das Grab, es wurde inniglich verehret
vom Papst, des heilig` sechst` Paolo
und vom zweit` Johannes Paul geehret !!



( E N D E )
Hanns SEYDEL, 16.02.2020 - 22.02.2020

Werk 105
(104 wurde früher bereits gepostet, jedoch ohne Angabe der Werknummer.)

 

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Weil ich das Verschwenderische des Lebens begriffen habe, die Extreme erkannte und über den Weg von einem zum anderen nachzudenken anfing, weil ich verstand wie elend es ist, wußte ich auch, wie schön es ist und weil ich erkannte, wie ernst es auch ist wußte ich auch wie fröhlich es ist.

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