Hanns Seydel

Das Unglück des CESARE BORGIA


Die Gedankenwelt des Cesare,
sie hatte eigne Werte.
Er wollte hoch hinaus,
der Wille musst` aus ihm heraus.
Sein Vater kam aus Spanien,
erst spät, er kam nach Italien.
Fürsorgend war Rodrigo Borgia
und ebenso die Mutter Vanozza.

In Rom, die Borgias wurden abgelehnt,
die Ablehnung in Italien ausgedehnt,
als Emporkömmling` betrachtet
und erbarmungslos verachtet.
Der Neid begann im September
und zog sich hin bis zum Dezember.
Wenn Missgunst grausam ist am Funkeln,
dann wird dies alles krass verdunkeln.

Die Borgias richt` aus ein Friedensfeste
und alle Würdenträger Roms war`n Gäste.
Doch die Gäste waren bös gesinnt,
Feindschaft war für sie bestsimmt.
Und das fürstliche Gelage,
es ward zur echten Riesenplage.
Denn Missgunst war dort überall,
verbreitend schlimmen Schall.

Verdammend war die Wortwahl,
die innerlich erzeugte Qual.
Da war heftger Hass bis dorthinaus,
purer Seelenbrand in Saus und Braus.
Erbärmlich ist die Missgunst,
denn sie kennt nur düstre Brunst.
Eine Wohltat ist die Anerkennung,
die fern ist von Verblendung.

Der mächtgen Borgias Cesare
früh schon wusste, was wollt` werde.
Jurist, er wollte sehr schnell werden
und studiert der Rechte Wissenschaften.
Sein Weg, er führte ihn zum Kirchenrecht,
das Kirchenrecht, es war für ihn gerecht.
Vom Papst, er bekam das Bistum Pamplona,
geleg` im weiten Westen von Espania.

Und Cesare ward Kardinal
durch der Gnade stärksten Strahl.
Doch immer mehr, der Papst ward abgelehnt
und Frankreich hat Italien den Krieg erklärt.
Der Kampfe endet mit Versöhnung,
doch musst` erfüllt werd` ein` Bedingung :
Nach Neapel wollt` französisch` König,
und zwar mit Cesare als Geisel eilig.

Doch dem dauernd klugen Cesare
gelang bei einer Rast die Fluchte.
Dann wurden die Franzos` vertriebe`
und Borgia wieder Kardinal im Vatikane.
Doch nach fälschlichen Beschuldigungen
nach dem Mord an seinem Bruder Juan,
er ließ sich von sein` Pflicht` entbinden
und sah sein Glück im Weltlichen dann.

Des Unheils widerliche Vorboten
gehören zu der Welten ärgster Sorten.
Krasse Schicksalswucht wie Kriegsgewalt
schlägt zu in allerstärkst` Gestalt.
Der neue Papst entzog ihm seinen Titel,
recht war`n jenem alle Mittel.
Er ließ Borgia zu sich führ`n
und Borgia musst` sich alles anhör`n.

Die Worte hat er ernst vernommen,
Erkenntnis war ihm dann gekommen.
Sein` Verstandeskraft spross intensiv,
als wenn "Erleuchtung" er nur rief.
Zwischen Papst und Borgia kam`s zur Einigung,
in Ostia stand Borgia unter Beaufsichtigung.
Doch Cesare ergriff die Flucht,
nach Neapel ging die Flucht bei Nacht.

Doch von dort, Borgia wurd` verbannt`
in ein Lande, das er bestens kannt`.
In spanisch` Gefängniss` inhaftiert,
wurd` er dauernd kontrolliert.
Die allertiefste innre Wunde
bitterst wirkt in stiller Stunde.
Doch Herrgott sieht all` Sorgen,
ihm bleibt nichts verborgen.

Bestürzt und wortlos wie sonst Keiner,
Borgia war der Schweigsamkeite Meister.
Sein hoher Intellekt ließ ihn erkennen,
was für ihn ist am Allerbesten.
Und als die Wahrheit er erfrug,
er witterte sofort Betrug.
Bitter barg betrübtes Brüten
grausam greulich grelles Glühen.

Und wieder konnte er entkommen,
zum König von Navarra wollt` er reisen.
Er wurd` dann einer der Soldaten
und Keiner konnte sich mit ihm vergleichen.
Und ein Raunen wurd` vernommen,
Borgia sah man in der heißest` Sonnen.
Er bewegte sich zu einer Brück`,
seinen Blick, er wandte nicht zurück !

Doch welche Lösung wäre ratsam,
sollt` Siege komm` gewaltsam ?
Gewalt war für ihn selbstverständlich
und sie zu meiden für ihn lächerlich.
Doch die letzt` Belagerung,
sie wurd` ihm zum Verhängnis.
Er verlor der Umsicht Lenkung
und Borgia war des Todes.



( E N D E )
Hanns SEYDEL, 23.02.2020 / 24.02.2020

Werk 109
(108 wurde früher bereits gepostet, jedoch ohne Angabe der Werknummer.)

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