Hanns Seydel

TRISTAN UND ISOLDE (2019/2020)


König von Lohnois war Riwalin,
der Vater vom berühmten Tristan.
Blanscheflur war Tristans Mutter,
des König Markes hehre Schwester.
Des großen Tristans Eltern,
ein herbes Schicksal war beschieden.
Denn beide fanden früh in Not
den nichtgewollten Tod.

Riwalin musst` bitter sterben
als Verteidiger in heftger Schlacht.
Blanscheflur wollt` nicht mehr leben,
weil Riwalin ward umgebracht.
Tristan wurde dann im Stillen
ein Waisenkind ganz Widerwillen.
Es war Rual, der loyale Herzog,
der den jungen Tristan aufzog.

Des Tristans Pech, es nahm kein Ende,
mit Kurvenal, dem treuen Knappe`
Tristan wurde bald entführet
und hat große Angst verspüret.
In Cornwall war der Sitz von Marke,
dort wurd` sie wieder freigelasse`.
Und Marke, er erklärte edel,
dass Tristan war von altem Adel.

Auf einmal wurde Tristan grimmig,
Vergeltung wollt` er bitter grausig
für des Vaters ungewollten Tod
und erfuhr, wer beging den Mord.
Es war der arge Morgan,
der getötet hat den Riwalin.
So kam Böses gegen Rache,
Tristan tötet Morgan in der Nachte.

Und Tristan ward Vasall,
ernannt in König Markes Hall`.
Da kam des Irlands König Sohn,
Morold, der für das Gute war verlor`n.
Abscheulich krass und herbe,
Morold, er verlangte
zu hoh` Tribut von König Marke
und Tristan zeigte Stärke.

Tristan wurde böse
und wollt` mit Morold kämpfen.
Und wehe, wehe, wehe,
wenn Ruhe ist aus Gleichgewicht geraten.
Sie schlugen ihre Schwerter
krassest klirrend immer härter.
Der Morold musst` verlieren
und Tristan konnt` gewinnen.

Zwar hat Tristan riesenhaft
in herbem Ultrakampf gesiegt.
Doch er trug davon sehr bald
Vergiftung durch den Morold.
Nach Irland fuhr er in ein` Ort
und gab sich aus als Tantris dort.
Ihn heilte die Isolde immerfort,
die er unterricht` in Tat und Wort.

Und Tristan ward sehr schnell gesund,
eilt zurück zur Heimat ganz geschwind,
wo er sofort musste hören,
dass König Marke werde heiraten.
Denn Marke ward gezwungen,
zu heiraten so bald wie möglich.
Die Verwandten hab` ihm vorgeworfen
sein` Kinderlosigkeit krass kläglich.

So sollte er dann heiraten
Isolde von dem Irlanden.
Doch Marke war sich sichern,
Isolde wollt` alleine bleiben.
Und Tristan reist mit innrem Brand
zu Isold` in`s nah gelegne Irland.
Er erklärte ihr ganz frei und offen
den Grund von seinem Kommen.

Dass Tristan nämlich käme
als Brautwerber des Marke,
Cornwalls einzigartgem König,
der haben sollt` ein` Fraue selig.
So brachte Tristan dann in Bälde
Isolde hin zu König Marke.
Begleitet wurd` sie souverän
von Isoldens Tant` Brangän`.

Und Brangäne brachte mit erfreut
den Trank, der wurde einst gebraut
von Isoldens Mutter zauberkundig,
als Liebestranke vollmundig.
Der Trank, er sollte nur bewirken,
dass Marke und Isold` sich lieben
von jetzt an bis in alle Ewigkeiten,
doch anders sollte alles kommen :

Nachlässig wurd` Brangäne,
die Vorsicht ließ sie nicht mehr walte`.
Das Festmahl war gekomme`,
der Liebestrank, er wurd` servierte.
Doch den Liebestrank, den tranken
nicht Marke und Isolden.
Verwechselt wurd` die Becher dann
bei Marke und dem Tristan.

Der Liebestrank, er wurd` getrunke`
von Tristan und Isolde.
So entbrannte starke Lieben
zwischen Tristan und Isolden.
Doch ihr Geheimnis, zwar versteckt,
von Marke wurde schnell entdeckt.
Tristan musst` die Heimat bald verlassen,
in England konnte er nicht länger bleiben.

Nach Deutschland hat ihn dann
die lange Flucht verschlagen.
Und Deutschland war im Kriegszustan`,
Tristan wurde stark verwunden.
Geheilet werden konnt` er nur
durch eine wundersame Salbe pur.
Doch die Salbe wurd` gehütet
von Isold`, bei Marke wohlbehütet.

Da sandte Tristan aus trotz Qual
den treu` Gefährten Kurvenal,
zu holen baldigst die Isolde
und mit ihr die heilend` Salbe.
Und Tristan trug ihm auf mit Sorge,
bei der Rückkehr dann, er solle
ein Segel hissen weithin sichtbar
auf dem schönen Schiffe klar.

Ein weißes Segel hieße dort,
Isold` sei tatsächlich an Bord.
Ein schwarzes Segel würd` bedeuten,
der erschöpfte Tristan müsse sterben.
Denn er war schwer krank und bettlägrig,
die Verwundung schwächte ihn herb heftig.
Einzig die heilend` Wundersalb` Isoldens
schnell Genesung brächt` ihm vollends.

Und der treue Kurwenal, er hatte
Isolde wirklich und wahrhaftig mit dabei.
Tristans Heilung war in naher Sichte,
seine Qual wär` endlich dann vorbei.
Doch da war `ne schlimme Neiderin,
die wahrheitswidrig sagt als Lügnerin,
das Schiff, das Kurwenale steuerte,
ein schwarzes Segel es dort führte.

Erloschen war dann schrecklich matt
des Tristans einstig riesge Lebenskraft.
Sein` Isolde sei da nicht gekomme`,
die Wunden führten dann zu seinem Tode.
Und als Isolde langsam kam heran
und sah den toten Tristan,
das Herz brach ihr sofort,
sie wurde krank und betete zu Gott.

Niederschmetternd, herzzerreißend
schwoll ihr Kummer an ergreifend.
Ihr geliebter Tristan war nicht mehr,
sie sah nur Tod, denn er fehlte ihr so sehr.
Der Verlust des teuren Tristan
war für Isolde wie ein tödlich` Bann.
Dieses herb` Verlustes riesge Not,
sie führte zu Isoldens baldgem Tod.

Wo vorher war des Lebens Glanz,
wo vorher war der Freude Kranz,
war dann nur tiefstes Trauern,
war dann nur bittres Leiden.
Doch eines wird für immer bleiben
und Jeder kann es stets bestaunen :
Das Schönste, das Gott dem Manne hat geschenkt,
es ist die Lieb` zu einer Frau, echt und unverfälscht !



( E N D E )

Hanns SEYDEL, 21.04.2019 - 25.02.2020

( Werk 111 )

 

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Hanns Seydel).
Der Beitrag wurde von Hanns Seydel auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 22.08.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Der Autor:

Bücher unserer Autoren:

cover

... und Lena liebt von Evelyne Weissenbach



Lena Rotwald will lieben. Und sie will Wahrheit, weil sie auf der Suche nach der wahren Liebe ist. Ihre wichtigsten Gesprächs-partner auf diesem Weg sind das innere Kind, das sie als ihr Selbstwertgefühl erkannt hat und Jesus, den die absolut nicht amtskirchen-religiöse Lena als Menschwerdung des Phänomens Liebe ansieht.
Die attraktive rundliche Fünfzigerin lebt ein angenehmes, in gute Freundschaften eingebettetes Leben. Und sie läßt schon mal die männlichen Puppen tanzen. Sie hat die Kondition, um Nächte lang zu feiern und den Charme, um die Menschen für sie einzunehmen. Doch für Männer wird sie rasch zum Kumpel oder Mutter-Ersatz ...

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (1)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Balladen" (Gedichte)

Weitere Beiträge von Hanns Seydel

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

T A P I O L A von Hanns Seydel (Mythologie)
Venushügel... von Paul Rudolf Uhl (Balladen)
Geschüttelte Zoologie von Heinz Säring (Humor - Zum Schmunzeln)