Horst Werner Bracker

Schmerz des Glücks

Schmerz des Glücks

Ballade

Den Schmerz, des Glück, musst du ertragen!
Pflegte Großmutter immer zu sagen, -
Obwohl sie selbst, keinen Grund hatte, - glücklich zu sein! -
Oder doch? 
Dann erwuchs Ihr Glück aus ihrer Bescheidenheit,
der Selbstlosigkeit!
Großmutter war die Inkanation der Genügsamkeit.
            *
Wenn ich an Großmutter denke, kommen mir die Tränen.
Und dass, nach mehr als achtzig Jahren!
Ihre bescheidene Art zu leben, machte mich als kleiner Junge.
Arg zu schaffen, um nicht zu sagen: zornig!
Sie wohnte unterm Dach ihres eignen Hauses, allein.
Der Dachboden nicht ausgebaut. Ohne Strom Anschluss!
Eine Petroleumlampe spendete in dunklen Wintertagen das nötige Licht.
Fliesende Wasser gab es nicht. Unter einer Dachschräge stand ihr braunes, hölzernes Bett, 
Die, zugigen rustikalen, dunkelgrauen Dachpfannen, bildeten einen Baldachin.
Wenn Großmutter im Bett lag, konnte sie durch die offenen Fugen der Dachpfannen,
den Himmel sehen. Am Fußende ragte gelbes Haferstroh aus ihrem Bett! Ihr Bett war eine derbe Holzpritsche, die mit Stroh gefüllt war. Einen Strohsack besah, Großmutter nicht, geschweige denn, eine Matratze!
Großmutter war eine kleine, schmächtige Frau, von großer Herzensgüte.
                    *


Großmutter

Großmutter, wie bist du alt geworden. 
Und so still und unglücklich, so leer
Dein Haar ist schneeweiß geworden,
du sprichst kaum noch mit mir. -

Ich weiß, deine Jahre sind verronnen ...
Die Erinnerung hat dich verlassen. -
Eine Krankheit hat die alles genommen.
Was einst wahr, wird für immer Verblassen.

Manchmal gehst du durch den Garten,
Begrüßt, die Blumen mit versonnenem Blick.
Schaust in die Runde, willst allein sein.
 Sehe ich ein stilles Lächeln um deinen Mund.

(28.08.2020) E-Storie)



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