Ralph Bruse

Ganz unten

Ganz unten


Zwei Zimmer, unten. Dusche, Klo.
Kellergeschoss im Irgendwo.
Der Mond schleicht nachts vorbei.

Schaut dort nicht rein, beim Mann im Dunkeln -
der sieht auch nicht die Sterne funkeln -
sitzt da, in schwachem, gelben Licht.

Ist mal er selbst, öfter ein anderer,
geht umher als Schattenwanderer
und findet sich auch manchmal nicht.

Trägt Träume mit sich: leichte, schwere.
Wenn jener Ort nur heller wäre,
gäbe es keinen stummen Schrei.

Allein. Erdrückend ist das Sein.
Er schließt sich in Gedanken ein,
dort unten. Sehnt sich bebend fort.

Er ruft sie. Ruft sie immer wieder!
Dann endlich kommt sie zu ihm nieder...

Er spürt endlich die warmen Hände.
Stürme durchbrechen alle Wände
und Sonne - Sonne! füllt den Ort.

Aus Grau wird Weiss - aus unten oben.
Die Nacht reisst auf und Winde toben.
Dann ist es plötzlich kirchenstill.

Sie sitzt bei ihm. Er lehnt sich an,
beinah schon als gebrochner Mann,
der nur noch Frieden finden will.

Doch nun zerfliesst, was vorher war.
Dort geht das sonderbare Paar,
das niemand sieht und will verstehn.

Sie laufen, lachen, ohne Schuld
und frei von banger Ungeduld,
wenn taumelnd Zeit und Raum verwehn.

Am offnen Meer, aus tiefstem Grunde,
raunt es weithin von ihrem Munde:
> You needed me, you needed me...<


(c) Ralph Bruse



(Schlusszeile angelehnt an den gleichnamigen 
Song von Anne Murray)

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 30.08.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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