Hanns Seydel

DIE GEWALTEN DES FLUSSES (2020)


Riesenflüsse kennt die Erde,
sie sind einzig auf der Welte.
Sie zu seh`n, ist eine Ehre,
bewundert wird die endlos` Weite.
Unendlich weit ist Amazonas,
er ist und bleibt ein riesger Fluss.
Gigantisch ist sein Ausmaß,
das Panorama ein Genuss.

Des Amazonas beide Quellflüss`
entspring` in peruanisch` Anden.
Der Quellflüss` groß` Ergüss`
sind größer als bei andren.
Die riesenhafte Läng` des Amazonas
ist wie die weitest` Weit` des Horizont.
Doch vor der Naturgewalten krassest` Ausmaß
bleibt auch schöner Amazonas nicht verschont.

Riesig ist der Amazonas,
doch noch riesiger der Nil.
Noch mehr als jen` hat Wass`
der Nil, und zwar gewaltig viel.
Mississippi, Jangtsekiang,
auch sie erfüllt der große Klang.
Gigantisch wirkt ihr` megastarke Aura,
wie die stärkste Mauer, und das von Dauer.

Es ist noch früher Morgen
und weit entfernt ist Flusses Toben.
Noch ist nichts verbogen,
das Chaos wird erst folgen.
Und weiter und breiter,
so weit das Auge reicht,
macht der Fluss uns heiter,
ihn zu bewundern, sind wir geneigt.

Munter sind die Fisch` im Wasser,
auch bei brandend brodelnd` Wogen.
Und wenn die Flut wird immer krasser,
auch dann ist Gott den Fisch` gewogen.
Eine Schiffsfahrt auf dem Fluss
ist zwar immer ein Genuss,
doch Vorsicht ist geboten,
wenn wachsen Wellens Wogen.

Der Fluss, er hat Gewalten,
der Fluss, er birgt Gefahren.
Schon der Anblick wirkt gewaltig,
die Ausstrahlung ist übermächtig.
Unstet, unsanft, unterschwellig,
ungenau und unbestimmt
fließt das Wasser zunächst ruhig
bis das Toben dann beginnt.

Der Mittag hat nun schön begonnen,
des Flusses Reißen ist noch weit.
Wohltuend` Ruhe ist gekommen,
entspannt sind Fluss und Leut`.
Eine Wohltat, sie ist angebrochen,
die Luft am Fluss wird gern gerochen.
Noch wird intensivtest nur genossen
des Flusses Schönheit ungebrochen.

Unersättlich, unermüdlich,
unerklärlich, unergründlich,
unverständlich, ungemütlich
kommt das Wogen stündlich.
Unwägbar und unbeständich
ist ein jedes wild` Gewässer.
Unbezähmbar, unversöhnlich
werden Wellen niemals blässer.

Und prasselnd mit enormer Wut
fließt krass entfacht die wachsend` Flut.
Reißend wird das Brausen größer
und die Wasserstöß` werd` stärker.
Und wenn die Ufer sind stark überschwemmt
und Überflutung wirket ungehemmt,
dann komm` bald an Land gekroch`
die Ungeheuer aus des Flusses Loch.

Keuchend kriechen krumme Kröten
aus dem Wasser an den Strand.
Dann ertönt ein heulend` Stöhnen,
drastisch, hektisch wird`s an Land.
Der Wellen riesenhafte Wogen,
zum Ultraschlund sind sie gebogen.
Und die Gewalten krass verstärken
das brodelnd krachende Verderben.

Ungewöhnlich, ungebührlich,
unversöhnlich, unverbrüchlich
zieht ein gigantisch groß` Gewitter auf,
Wasserdämpfe steigen stark hinauf.
Das Gewitter hämmert und hämmert,
das Ende noch lange nicht dämmert.
Da steigt und steigt des Flusses Pegel,
verschwunden sind der Schiffe Segel.

Und wenn der Regen dann hinunter stürzt
und der Wind krass stürmt und stürmt,
dann ist des Flusses Oberfläch`
so massiv wie hartes Blech.
Ein grauenhaftes Dröhnen,
ein schauderhaftes Lärmen,
ersterbend dann zum Röcheln
muss der Mensch jetzt hören.

Und nach dem schaurig schlimm` Gewittersturme
wie totgetrampelt liegt des Flusses Furche.
Verschwindend gering ist dann das Fluten
und Wassers Wellen und Wellens Wogen ruhen.
Rauhes Klima ist entstanden,
als des Tages Helle ist entschwanden.
Der Nachmittag neigt sich sei`m Ende zu,
es nähert sich des Abends Ruh.

Abend ist es nun geworden,
doch die Dunkelheit, sie bleibt verborgen.
Bei Vollmond fühlt man sich geborgen,
mit Wohlbefinden kann er uns versorgen.
Ein großer Tag, er ist vorbei,
die Nacht, sie kommt herbei.
War der Tag schon schlimm gefährlich,
wird`s in der Nacht gespenstisch.

Der Vollmond bescheinet den Fluss,
im Wasser spiegeln sich Ufers Sträucher.
Doch dann, zu allem Überfluss,
der Regen wird wieder stärker.
Unheimlich ist`s, mit anzuseh`n,
wenn sich das Wasser nachts erhebt.
Vom Vollmond stark beschien`,
kann man seh`n, wie`s Wasser bebt.

Es ist immer noch Nacht,
es wirket nur Vollmonds Pracht.
Der Ufern Algen lange Hälse
sind sichtbar durch des Mondes Helle.
Dann, die Vollmondphase ist vorbei
und weiter geht des Flusses Fließen.
Es ist mitten in der Nach um drei,
der neue Tag wird sich bald ergießen !



( E N D E )
Hanns SEYDEL, 23.02.2020 - 12.03.2020

Werk 125
(122 - 124 wurden früher bereits gepostet, jedoch ohne Angabe der Werknummer.)

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 31.08.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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