Jürgen Wagner

Das Nilpferd


Her ist’s gut hunderttausend Lenze,

da lebte es auch in der Themse,

tauchte im Rhein und war vergnügt

Kaum einer hat es gejagt und besiegt

 

Am Nil, da wohnt es schon lang nicht mehr

Man jagt es noch heut‘ in blindem Begehr

Nur ganze zwei Arten haben überlebt

Im südlichen Afrika ihr sie noch seht

 

Mit Pferden ist es nicht verwandt,

jedoch mit Walen, amüsant:

es ist ein furchtbar schlechter Schwimmer,

doch bleibt‘s im Wasser beinah immer!

 

Nur des Nachts geht es an Land

und frisst dabei so allerhand

an Gras und Grün, so 70 Kilo

Da nimmst du zu, o sole mio!

 

Es hat es gerne ganz gemütlich

und tut im Wasser sich meist gütlich

Doch wehe, wenn man es aufschreckt,

ein Rivale ihren Zorn erweckt,

 

dann wird das große Maul geöffnet,

mit solchen Hauern niemand rechnet!

Leg dich mit keinem Flusspferd an,

sonst bist du schnell erledigt, Mann!

 

So hat es auch ganz wenig Feinde,

bei Kindern eine Fangemeinde

Zum Schlafen lässt es sich gern sinken

und keines wird dabei ertrinken

 

Es taucht ganz automatisch wieder auf

macht einfach einen tiefen Schnauf

Und langsam sinkt es wieder runter

und wird irgendwann auch wieder munter

 

Auch sonst geht es ganz gern auf Grund

Da ist die Schwere mal ein Pfund

Mit seinen gut und gern drei Tonnen

spaziert es unten voll der Wonnen

 

An Land, da rennt es mal so schnell,

das ist schon beinah kriminell

Im Wasser döst es in der Gruppe

Und alles and're ist ihm schnuppe

 

 

Anm.: Während der Eem-Warmzeit vor rund 120.000 Jahren badeten Flusspferde auch in europäischen Gewässern vom Rhein bis nach England und waren sehr artenreich. Das (Groß-) und das Zwergflusspferd sind die einzig Überlebenden, die man wegen des Fleisches und des Elfenbeines ihrer Hauer erbarmungslos jagte, so dass sie auch in Afrika nur noch im Süden anzutreffen sind. Sie sind auch heute immer noch eine gefährdete Art. Europäische Siedler entdeckten sie erstmals am Ufer des Nils und dachten bei dem aus dem Wasser herausragenden Kopf mit den beiden beweglichen Ohren vielleicht an Pferde. So nannte man sie Nilpferde.

Bild: Michael Siebert, Pixabay

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 03.09.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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