Helga Grote

Ein goldnes Ringlein



Unterm Apfelbaum
im goldnen Herbst,
gab ein Jüngling, 
schlank und fesch,
ein goldnes Ringlein 
seinem Mägdelein.

Ich muss heut` fort,
mich ruft die große weite Welt, 
wart` auf mich; 
ich komm zurück,
ob mit oder auch ohne Geld,
behalt das Ringlein fein, 
dann wirst du mein. 

Sie hielt es fest, 
hütete es wie einen Schatz,
ein Pfand von ihm,
denn bald, so sollt es sein, 
dann wird er mein.

Wie Sand, 
der durch die Finger rinnt, 
verging die Zeit.
Wieder war vorbei der Sommer,
Äpfel , rot und gelb, 
leuchteten am Baum,
sie lief zum Bäumchen, 
erwartungsvoll, 
bestimmt kommt er doch heute heim, 
dann wird er endlich mein. 

Die Sonn` geht unter, 
es naht die Nacht,
wieder hat man ihn ihr nicht gebracht:
er hat zu tun,
er kommt wohl bald,
wenn nicht heut`, 
dann morgen Nacht.

So ging sie heim,
schlief selig ein, 
das Ringlein hielt ja stets die Wacht. 

So verging dann Jahr für Jahr,
silbern wurd ` ihr blondes Haar,
Hände zittern, 
Augen trüb, 
die Zeit, sie blieb nicht steh`n .

Doch eines nachts, 
als sie erwacht, 
das Ringlein fest in ihrer Hand, 
sieht sie den Liebsten vor sich stehen.
So komm doch her, 
haucht sie entgegen,
ich halt dich fest, 
lass dich nie wieder gehen.

Behutsam drückt er ihre Hand, 
die eiskalt nun ihr Herz umfängt.
Leise spricht er jetzt zu ihr:
so soll es sein, 
so soll`s geschehen, 
ich bleib auf ewig nun bei dir.

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Helga Grote).
Der Beitrag wurde von Helga Grote auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 05.09.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Die Autorin:

Bücher unserer Autoren:

cover

Nickname Sonnenschein von Feli März



Kurz vor der Hochzeit mit Tom muss sich Henriette den schmerzhaften Tatsachen stellen: Ihr Fast-Ehemann geht mit ihrer besten Freundin ins Bett!
Ihr darauf folgendes Login in einer Datingbörse entwickelt sich nach anfänglichem Spaß und der wohlverdienten Entspannung immer mehr zu einer fatalen Sucht und stellt Henriette erneut auf eine harte Probe.
Eine Geschichte, die Herz, Lachmuskeln und Galgenhumor gleichermaßen anspricht.
Happy End? Wer weiß...

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (1)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Allgemein" (Gedichte)

Weitere Beiträge von Helga Grote

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Urteil - ausgeschlossen von Helga Grote (Allgemein)
Muttersprache von Ilse Reese (Allgemein)
Über mein Wissen von Adalbert Nagele (Autobiografisches)