Sarah Hauser

Der Plan


Wir schreiben Listen.
Wir haben mindestens einen Terminkalender.
Wir erstellen Pro- und Kontra-Listen.
Wir designen Mind-Maps für unsere Zukunft.
Wir überlegen uns angestrengt einen Plan für die nächsten fünf Jahre.
Wir strukturieren unseren Tag.
Wir benehmen uns stets anständig und korrekt.
Wir sind lieber leise und verhalten uns der Situation entsprechend.
Wir sagen nur das, was andere hören wollen.
Wir planen unsere Zukunft, unsere Karriere, unser Verhalten,
unsere Worte, wenn wir uns mit jemandem unterhalten, unser Outfit für den nächsten Tag
und am Ende planen wir unser ganzes Leben.

Alles muss so ein, wie ich es mir überlegt habe,
und alles muss dem Plan entsprechen, dem ich mir mühevoll aufgestellt habe.
Alles muss so sein. Und auf eine gewisse Weise ist das auch in Ordnung,
denn schließlich sind wir Menschen und wollen unsere Zeit nur den wirklich wichtigen Dingen im Leben widmen,
deshalb erstellen wir Listen, deshalb haben wir einen Terminkalender,
deshalb überlegen wir uns, was wir sagen,
deshalb wollen wir uns anpassen
und deshalb planen wir unser ganzes Leben.

Vielleicht sollten wir einfach den Moment leben, anstatt alles immer mühevoll alles zu strukturieren.
Wir sollten einfach mal in den Tag leben.
Die Momente genießen, die uns das Leben schenkt.
Die Worte sagen, die uns in den Sinn kommen.
Die Klamotten anziehen, die uns gefallen.
Die Dinge tun, die uns Spaß machen.
Die Zeit genießen, die wir mit unseren Mitmenschen verbringen.
.
Einfach mal etwas tun,
das dem lächerlich aufgestellten Jahresplan nicht entspricht,
denn genau diese Momente, die nicht geplant sind und die sich herrlich unkompliziert anfühlen,
machen unser Leben lebenswert.
Genau an diese Momente erinnern wir uns dann,
wenn wir irgendwann alt sind.
Da denken wir nicht mehr an unser perfekt geplantes,
komplett strukturiertes Leben zurück,
da denken wir an die Erinnerungen zurück,
die wir zwar nicht so geplant haben,
aber die sich wunderschön angefüllt haben.
Da denken wir an die Menschen,
die plötzlich und ohne Vorwarnung in unser Leben gekommen sind.
 Da denken wir an die Momente,
in denen wir herzlich und ohne Bedenken gelacht haben.  
Da denken wir an die Worte,
die wir gesagt und tatsächlich so gemeint haben.
Da denken wir an die Momente,
in denen wir wirklich gelebt haben.
Und genau das ist der springende Punkt.
Wir können unser Leben nicht planen, deshalb ist es meist der beste Plan, keinen Plan zu haben.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 12.09.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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