Thomas-Otto Heiden

Die Glocken






Die Glocken

 

Eine Kirche steht vor meinem Haus. 
Mit großen Türmen und auch Fenstern. 
Ein Bollwerk aus Sandstein, 
geschaffen von Meisterhand. 
Eine Mauer aus Sandstein und Eisen, 
wie eine Grenze still und starr, 
umringt die Kirche wie ein Wall, 

Dahinter Sträucher und Bäume überall. 

An jedem Sonntag wenn ich noch schlaf, 
um Punkt viertel vor zehn, 
da wecken mich die Kirchturmglocken, 
Sie bimmeln dann eine halbe Ewigkeit, 
Genervt, 
und weil ich nicht mehr schlafen kann, 
steh ich auf sodann. 

Ich steh am Fenster und kann sie sehen, 
die Menschen wie sie mit ihrem Gesangbuch, 
dort vor dem Eingang steh´n. 
Kinder laufen wild umher, 
sich lachen und sie schreien. 
Dass werde ich ihnen schon verzeihen. 
War ich doch selber mal ein Kind. 

Die Eltern rauchen schnell, noch ne Zigarette. 

Dann schließt jemand die Tore auf, 
und alle stürmen los im Takt. 
So wie die Lämmer, 
die zur Schlachtbank rennen. 
Auch ich ging einmal in die Kirche, 
das mach ich heut nicht mehr. 
Denn etwas gibt’s das Quält mich seitdem sehr. 

Die lästernden Meier-Müller-Schulzes und wie sie noch so heißen. 

Ich saß auf einer Kirchenbank, 
mein Gesangbuch in der Hand. 
Da hörte ich sie leise ihre Reden schwingen. 
Hast du das gesehen, 
die hat schon wieder einen neuen. 
Guck mal die Alte was die an hat. 
Und – Und –Und. 

 

Seither bete ich daheim,
denn Gott ist überall zu Haus. 








Thomas-Otto Heiden 





 

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