Hanns Seydel

DER LEBENSKAMPF DER RAUBTIERE (2020)


Die Tourist`, sie glauben ihre Augen nicht,
denn in der Tiere Augen brennt ein Licht.
Die Begeisterung für Tiere
erfüllet jed` empfindend` Seele.
Ich kenne gut die Fernsehserie
"Im Reich der wilden Tiere".
Als Kind, ich war beeindruckt,
von wilden Tieren überwältigt.

Ich kann mich gut erinnern,
es warn mein` Muttern Eltern,
die hatten Dackel und auch Schäferhund
und ihr` Namen warn in aller Mund`.
Und wenn man "Edgar" rief,
der Schäferhund, er lief.
"Waldi" war des Dackels Name,
den im Dorfe Jeder kannte.

Von vielen heut` Herumstreunenden,
die Hund` gehören zu den Treuesten.
Doch die wuchtgen Wildkatzen,
der Wolf, er will sie oft entmachten.
Und wenn Wolf will Andere entmachten,
dann ist nur Arges zu betrachten.
Das Raubtier ist der Fordernde,
das Haustier ist der Weinende.

Ob Nationalpark oder Wildgehege,
wunderbar sind wilde Tiere.
In Herrgotts herrlich groß` Natur,
das Raubtier geht nach eigner Uhr.
Die wuchtgen, mächtgen Greifvögel,
die fliegen über höchste Hügel,
sind am Flattern wie der Schiffe Segel
und überstehn den stärksten Hagel.

Der Raubtier` festgefügte Hierarchie
hat eine grausig dunkle Dämonie.
Geier, Aasgeier, Riesengeier
ras` umher wie sonstens Keiner.
Sie rasen auf den starken Löwen,
der gegen den Tiger ist am Kämpfen.
Doch die Löwen sind auch die Größten,
vor ihn` erzittern selbst die Schleiereulen.

Von weitem hört man derb die Löwen,
es tönt ihr dumpfes bellend` Brüllen.
Es verkriechen sich die kauernd` Kröten,
vor Furcht, sie angstvoll herb erzittern.
Es zeigt der dauernd laute Löwe
sein` ganz gewachsne Größe.
Ihm tuts gleich der Bäre,
der explodiert vor lauter Härte.

Der Löwen schrilles Brüllen
kann kleines Tier erschüttern.
Doch die Löwen muss man füttern
und ihren Hunger nicht verhüllen.
Der Eber zeiget Stärke,
er brauchet keine Stütze.
Der Bock bleibt bitter sture,
er lässt sich niemals störe`.

Im Gehege läuft `ne Raubkatz`,
man meint, sie würde werd` gehetz`.
Doch die augenscheinlich` Hatz
zeigt nichts andres als des Tieres Herz.
Trotz starkem Sturm, es laufen
die mächtig riesgen Panther draußen.
Im Gehege zeigen sich Giraffen,
Großes ward von Gott geschaffen !

Es nähert sich in Megagröße
der riesenhaft geformte Elefante.
Man hört der Krähen laut` Gedröhne
und der Wolf sich in den Wald verrannte.
Es fliegt an das Heer der Habichte,
es fliegt an die Schar der Kraniche.
Ein Schwarm von Füchsen kommt gerennt,
doch das Raubtier Angst nicht kennt.

Brausend, bebend, hetzend, rennend
rast jed` Raubtier aufgescheucht.
Bewegend, beklemmend, erschreckend
der grauenhafte Wolfe keucht.
Puma, Panther, Tiger, Löwe
sind gefährlicher als jede Möwe.
Und auch der mächtig starke Stier,
er duld` kein` Andren im Revier.

Dann hebt der Löwe seine Pranken
und der Bäre seine Tatzen.
Und alle wildest wütend` Katzen,
sie demonstrieren ihre Krallen.
Der Adler weitet seine Flügel,
der Falke fliegt gefährlich flach.
Und über herrlich höchstem Hügel
fliegt Armee von Vögeln mit viel Krach.

Da denkt dann der Betrachter :
Der Adler stürzt herunter !
Und jetzt entbrennet stärkstens prall
der Nature streng erstarkter Schall.
Entbrannt ist Urtriebs greller Drang,
furchteinflößend ist des Tigers Gang.
Der Überlebenskampf der Wildnatur,
er entwickelt sich nur pur und pur.

Zerreißend, zerstörend, zermalmend
setzen sich die Wildkatz` krass in Szene.
Vernichtend, verstörend, verbannend
demonstriern sie ihr` gefährlich` Gene.
Auf einmal ist dann da ein Durcheinander,
des Raubtiers Kampflust bricht herb aus.
Vorbei ist jed` geordnet` Nacheinander,
es zeigt sich ein entsetzliches Gebraus`.

Entfesselt gebärdet sich jed` Raubtier,
wenn der Überlebenskampf entbrennt.
Und grauenhaft, noch wilder als der Stier,
alle Raubtier` sind total enthemmt.
Des Raubtiers Kampf ist tödlich,
so wie des Menschen Krieg verderblich.
Auch bei Raubtiern gibt es Schlachten,
das Eine will das Andere entmachten.

Es ras` herab aus höchster Höhe
hinab in allertiefste Tiefe
gefährlich in die nächste Nähe
der Adlern ganz gewaltig viele.
Und auch stürzet aus der Höhe
die nur noch sich verirrend` Krähe.
Es zucken zornig Zähn des Tigers,
übertroffen noch vom Zorn des Panthers.

Und wenn wuchtig mal hernieder prasseln
unendlich dichte Regenmassen
und Gewitter zeigt sein` freche Frucht,
kein Raubtier kennet Furcht.
Und bei gärend wuchernd` Wärme,
die wächst an zu sengend` Hitze,
da komm` geflog` viel Schwärme
von Rab`, vergeblich suchend Stütze.

Doch das Raubtier kennt kein` Schreck
und damit auch kein` Schock.
Das Raubtier gibt sich immer keck,
ist aber sturer als der Bock.
Wölfe, sie sind rennend raubend,
Katzen, sie sind brennend saugend.
Zwar ist Raubtier unverhohlen,
doch im Grunde unverdorben.

Mit formvollendeter Figur
zeigt sich jedes Raubtier nur.
Der Eindruck ist ganz pur
und korrekt wie eine Uhr.
Mit ei`m Geweih wie ein Gewehr,
ein Hirsch kommt schnell daher.
Dann sah er Löwen groß gewaltig
und auch Tiger grell gewichtig.

Und wehe, wenn Betrachter sieht
der Raubtier` Kampf auf Leb` und Tod.
Des Hauses Tier, es flieht,
vor Angst, es sieht nur Rot.
Des Löwen mächtge Pranken
sind fest und nie am Wanken.
Sie können freundlich winken,
doch Löwens Kraft kann niemals sinken.

Laut gebärdet sich der Uhu,
der verbreitet nur die Unruh`.
Dann hört man blöken eine Kuh
und ein Raubtier kommt im Nu.
Geradezu gespenstisch
greifen Geier geifernd grässlich
Adler, Falken, Raben an,
ein` schwere Schlachte kommet dann.

Ein Hagelsturm, er rast herunter,
die Körner strömen wild hernieder.
Das Tier bleibt trotzdem munter,
kein` Schaden nehm` sein` Glieder.
Und bei krassester Naturgewalt,
die macht vor absolut nichts Halt,
das Raubtier, es bleibt eisigkalt
und bewegt sich sicher durch den Wald.

Im Aufruhr sind die Eulen,
es flieg` erregt die Möwen.
Es brüll` vor Wut die Löwen,
die Tiger sind am Heulen.
Zornig ziehen zähe Zebras
an den andren Tiern vorbei.
Aufgebracht, sie suchen etwas,
Nahrung ists, und die für Drei.

Schmachtend, gaffend, stets erraffend
ist der unberechenbare Trieb,
wenn das Raubtier ist schlimm hassend
und führet stark `nen krassen Krieg.
Animalisch und oft schrecklich
sind Instinkte greulich schauerlich.
Doch die Natur des Raubtiers ist der Kampf,
still ists nur in seinem Schlaf.

Und angefeuert wie von Irren,
marschieren auf die Leoparden.
Jetzt, jed` Raubtier rassig streift,
im ganz` Gelände um sich greift.
Unermüdlich, unergründlich,
grauenhaft nur fürchterlich
sind Raubtiers rauhe Kämpfe
wie sich Keiner könnte denke`.

Maßlos müde mitgenommen,
nicht kennend irgend` Sorgen,
Raubtier ist zum Schluss erschöpft,
jetzt ist seine Kraft begrenzt.
Der Kampf, er ist zu Ende,
leergefegt ist das Gelände.
Verschlungen, verbunden, verschwunden,
vorbei sind die stählern` störend` Stunden !

Doch Raubtier wie Haustier,
auch wenn sie sind zu vier`,
ein jedes Tier hat sein` Berechtigung
und Hund und Hündin hab` Vereinigung !
Kampfdarstellungen
von wirklich wilden Tieren
sieht man auf manchen Bildern
und Jeder kann die Spannung spüren !

( E N D E )
Hanns SEYDEL, 29.02.2020 - 02.04.2020
 ( Werk 146 )

 

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